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Masterfeier 2014 mit Talar!

Alumnifeier 2014 in Hörsaal 2

Alumnifeier 2014 in Hörsaal 2

Unsere diesjährige Master- und Diplomfeier für die Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2014 fand am Freitag 12.12.14 um 17:00 in HS 2 statt. Das Besondere diesmal: Die Studierenden durften Talar und Barett tragen, um den Abschluß gemeinsam mit Lehrenden, Freunden und Verwandten feierlich zu begehen. Es war grossartig! Angefangen mit dem Umkleiden in ÜR B (ein Spiegel fehlte - wie konnten wir das vergessen….), der gemeinsame Einmarsch in den HS 2, begleitet von dezenten Gitarrenklängen, mit den Eltern, Freunden und Verwandten auf den hinteren Bankreihen und den Alumni in den vorderen Reihen: ein würdiger Moment! So hatten Dr. Herbert Wettig (=mein Stellvertreter im Vorsitz der Alumni Psychologici) und ich mir das vorgestellt!

Die Ansprache von unserem Geschäftsführenden Direktor Sven Barnow, der Sein und Haben im Sinne Ernst Fromms thematisierte, war passend und gab den richtigen Ton vor. Die fetzige Gitarrenmusik von Engin Devekiran (BSc Psychologie 3. Semester) setzte das Gesagte in gute Töne um.

Der Rückblick von Christina Keidel, MSc, war ein wunderschöner Beitrag in Form eines Journal Articles (mit den kanonischen Elementen: Einführung, Methode, Ergebnisse, Diskussion). Super vorgetragen! Mit einem grossen Blumenstrauß wurde Abschied genommen von Alexandra Hohneder (stehender Applaus!!), die unser Prüfungsamt seit Jahrzehnten exzellent organisiert hat und im kommenden Frühjahr leider in den vorgezogenen Ruhestand eintritt.

Bevor die Studiendekanin Birgit Spinath die Urkunden überreichte, berichtete Kollege Oliver Schilling als Vertreter der Weinert-Preis-Kommission über deren Arbeit und gab  bekannt, dass unter sechs Vorschlägen die Arbeit von Ivan Vasilev, M.Sc., über Optimismus herausgeragt habe und daher den diesjährigen Weinert-Preis erhalten hat. Gratulation!

Das letzte Wort hatte ich selbst als Vorsitzender der Alumni Psychologici - Stolz auf unsere Absolventen mischt sich mit Betrübnis über den Verlust vertrauter Gesichter, die nun als unsere Botschafter ausschwärmen! Mögen sie nicht vergessen, dass erworbenes Wissen zu einem humanen Umgang damit verpflichtet! Und dass Wissen up to date gehalten werden muss - liebe Alumni: kommt gelegentlich zurück in den Tempel des Wissens!

Zum Abschluss gab es wieder ein kleines Geschenk von mir, mit dem die Erinnerung an unser Institut erhalten bleiben sollte. Beim anschließenden Empfang durch die Alumni Psychologici in unserem Fakultätssaal konnten wir noch ein wenig miteinander reden, trinken und essen, bevor alle wieder zu ihren neuen Standorten aufbrachen.

Dank an alle, die diese Veranstaltung hinter den Kulissen mit vorbereitet haben - um ein paar Namen zu nennen: Christiane Fauth, Edith Hartmann, Alexandra Hohneder, Miriam Langeloh und die Hilfskräfte aus den verschiedenen Abteilungen! Ohne gute Vorbereitung, gute Begleitung und flottes Aufräumen wäre das nicht so glatt gelaufen! Toll, dass wir so ein gutes Team haben!

Ich bin nun gespannt darauf, wohin der weitere Weg unsere Absolventinnen und Absolventen führt. Ich freue mich auf ein Wiedersehen und hoffe, dass wir in Kontakt bleiben! [Facebook-Accounts: Joachim Funke, Alumni Psychologici bzw. DJ Funk]

Masterfeier mit Talar?

Funke mit Talar & Barett

Funke mit Talar & Barett (es kommt noch eine orange Schärpe dazu)

„Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ - das war ein beliebter Spruch zu Zeiten der Studentenrevolte in den 1970er Jahren (ich habe ihn damals als junger Student auf der Strasse selbst skandiert). Der damit verbundene Angriff auf undemokratische, autoritäre und elitäre Strukturen hat in den vergangenen 40 Jahren zu vielen überfälligen Veränderungen geführt. In Baden-Württemberg ist die Verfasste Studierendenschaft inzwischen wieder eingeführt worden. Studierende werden heute angehört und einbezogen - nicht nur symbolisch. Die Auswüchse alter Professorenherrlichkeit sind beschnitten. Können wir uns heute wieder mit dem Thema “Talar” beschäftigen, ohne durch diese Geschichte belastet zu sein?

Anlass für diese Überlegungen ist die Idee, unsere Masterfeier etwas festlicher zu gestalten und die Masterabsolventinnen und -absolventen zur Feier des Ereignisses mit Robe und Barett zu schmücken. Mit einem Zuschuss aus dem Spendentopf der “Alumni Psychologici” konnte ein Satz an Ausstattung beschafft werden, der für die nächsten Jahre vorhält (ein ganz herzlicher Dank von hier aus an die Groß-Spenderin Anne-Marie de Jonghe!).

Was spricht dagegen? Stimmt es wirklich, dass die Unis, die wissenschaftlich nicht viel zu bieten haben, umso mehr Wert auf Pomp und Getöse legen? Wir haben an dieser Stelle sicher nichts zu kompensieren, daher würde ich mir diesen Schuh nicht anziehen. Ist es eine Amerikanisierung unserer Kultur? Fragen Sie doch mal, von wem die Amerikaner diese Tradition übernommen haben :-) Ist es nicht falsche Gleichmacherei? Nun ja, es ist nur äußerlich - und auch nur für eine kurze Zeit. Also: Für mich sind die problematischen Aspekte erträglich.

Was spricht dafür? In meinen Augen erhöht es symbolisch die Bedeutung dieser biografischen Wendemarke “Master”: Für die meisten ist das Studium mit diesem Abschluss vorbei und der berufliche Gelderwerb rückt als Lebensthema nah heran; einige wenige werden als Doktorandinnen und Doktoranden weitermachen. Stolz über das Geschaffte, Feier des Moments, Spannung auf das neu Bevorstehende: Die Anwesenheit von Eltern und Freunden schafft eine Bühne für diesen Moment der Rückschau auf das Erreichte, dem Abschied von der akademischen Heimat, von den Dozierenden und von den Mitstudierenden. Und für einen Moment sind alle im positiven Sinn gleich - die Einheitstracht symbolisiert die Zugehörigkeit zur Gruppe der “Erleuchteten”.

Also: ein Talar ist ein Talar ist ein Talar :) (Danke, Sven, für Deine klaren Worte!) In heutiger Zeit hat er m.E. die kritikwürdige Symbolik verloren und ist einfach nur ein würdiges akademisches Kleidungsstück, mit dem ich nicht allzuviel Sonstiges verbinden würde. Und natürlich ist es jedem freigestellt die Kluft zu tragen oder nicht - es ist ein Angebot, mehr nicht!

Abschied von Berndt Brehmer (1940-2014)

Der schwedische Kognitionspsychologe Berndt Brehmer ist im Alter von 74 Jahren in Uppsala gestorben (11.5.1940-19.5.2014). Brehmer war einer der international sichtbaren Forscher seines Landes, der seit den 1970er Jahren Arbeiten zur Social Judgment Theory, zu multiple-cue probability learning, zu Dynamic Decision Making und zu Distributed Decision Making anregende und provozierende Paper veröffentlicht hat. Von der Universität Uppsala, an der er lange beschäftigt war, ist er später an das “Swedish National Defence College” gewechselt, wo er auch über seine Pensionierung hinaus an verbesserten Command-Control-Strukturen interessiert war.

Meine eigene Verbindung zu Berndt datiert in die frühen 90er Jahre zurück. Als junger Assistent an der Uni Bonn hatte ich das Glück, Partner eines EU-Projekts zu sein, in dem Donald Broadbent gemeinsam mit europäischen Partnern implizite Lernprozesse untersuchte. In diesem Rahmen (sowie in weiteren darauf folgenden EU-Projekten) lernte ich Berndt kennen und habe lebhafte Diskussionen mit ihm führen können. Seine 1993 mit Dietrich Dörner veröffentlichte Arbeit “Experiments with computer-simulated microworlds: Escaping both the narrow straits of the laboratory and the deep blue sea of the field study” war natürlich ein Streitthema, stellt aber aus heutiger Sicht eine gute Begründung dieser Art von Forschung dar.

Seine zahlreichen Arbeiten über Feedback-Delays - er verwendete eine spezielle Variante der Computersimulation “Fire Fighting“, in der kollaboratives und kooperatives Problemlösen untersucht werden konnte – hatten mich bereits während meiner Doktorarbeit beschäftigt. Einer seiner Titel - 1980 in Acta Psychologica publiziert - trug den legendären Titel “In one word: Not from experience”, in dem er argumentierte, dass in klinischer Urteilsbildung beim Umgang mit Wahrscheinlichkeiten Erfahrung kaum eine Rolle spielt, sondern Urteilsverzerrungen (biases) dominieren. Sein Beitrag von 1995 über die verschiedenen Arten von Feedback in dem von Peter Frensch und mir herausgegebenen Band “Complex problem solving: The European perspective” ist bis heute ein Klassiker.

Zweimal hatte ich das Glück, ihn und seine Frau Annika in Uppsala besuchen zu können. Einmal anläßlich der Disputation von Anders Jansson (1997), bei der ich als “opponent discussant” zur öffentlichen Gegenrede an die Universität Uppsala eingeladen war - und das zweite Mal drei Jahre später mit der gleichen Prozedur, diesmal anläßlich der Disputation mit dem Kandidaten Georgios Rigas (2000). Beide Male waren meine Einwände gegen die Thesen der Doktoranden von ihnen entkräftet worden, so dass die Kandidaten promoviert werden konnten. Teil dieser eindrucksvollen Prozedur, die nach 400 Jahre alten Regeln abgewickelt wurde, war übrigens die Art der Veröffentlichung der Dissertation - das gedruckte Exemplar wurde mit einem 15cm langen Nagel an eine Holzwand innerhalb der Universität genagelt, wo bereits zahlreiche andere veröffentlichte Dissertationen hingen. Spektakulär! Promotionsfeiern in Schweden haben ganz eigene Rituale, wie ich damals gelernt habe - from experience!

Unvergessen auch die Einladung in Berndts kleines Appartment in Uppsala, wo es natürlich Elch-Fleisch zu essen und viel Wein zu Trinken gab… Das ist nun alles Vergangenheit, aber nicht vergessen. Und seine Ideen leben sowieso weiter! Ein letztes Mal also: Hejdå!

see also http://c4i.gmu.edu/2014/06/tribute-to-berndt-brehmer/

ZPID sucht ab 2016 neuen Direktor

Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) ist eine für die deutschsprachige Psychologie einmalige Einrichtung zur Unterstützung unserer Forschung und Lehre. Als Service-Einrichtung sammelt das ZPID alle Dokumente der deutschsprachigen Psychologie, erfasst sie sorgfälig und macht die Dinge zugänglich - seien es Publikationen, Testverfahren oder sogar Datensätze. Mit einer schnellen und effizienten Suchmaschine namens PsychSpider kann der gesamte Bestand rasch durchsucht werden. Fast noch interessanter: PubPsych, das Psychologie-Suchportal mit europäischem Schwerpunkt, steht unter www.pubpsych.eu weltweit für Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit zur Verfügung. - Viele andere Aufgaben werden in dieser Einrichtung, die an der Universität Trier als selbständiges Leibniz-Institut angedockt ist, ebenfalls erledigt. Für die Psychologie ein unschätzbares Kleinod!

Der jetzige ZPID-Direktor Günter Krampen, nach dem Gründer Günther Reinert und dessen Nachfolger Leo Montada der dritte Direktor des Hauses, geht im Jahr 2016 in den Ruhestand - nun wird eine kompetente Person für die Nachfolge gesucht (hier geht es zur Stellenausschreibung, die bis 8.12.14 offen ist). Hier ein Auszug aus der Ausschreibung:

Für die Leitung des ZPID sind neben einem guten Überblick über die Psychologie Erfahrungen und Engagement im Schnittfeld von Psychologie und Informationswissenschaften erforderlich; Leitungskompetenz wird erwartet. Die Konzeption und Leitung der wissenschaftlichen Studien des ZPID gehört zu den Aufgaben der Position. Das Land-Rheinland-Pfalz und die Universität Trier vertreten ein Betreuungskonzept, bei dem eine hohe Präsenz der Lehrenden am Hochschulort erwartet wird. Einstellungsvoraussetzungen sind ein Studienabschluss im Fachgebiet Psychologie, Promotion, Habilitation oder gleichwertige wissenschaftliche Leistungen, pädagogische Eignung und Erfahrungen in universitärer Lehre.

Als Nutzer der Serviceleistungen, aber auch als langjähriger Beiratsvorsitzender und nunmehr Mitglied des Verwaltungsrates der ZPID hoffe ich auf zahlreiche interessante Bewerbungen aus der Community!

Merkel sucht Psychologen

In der Zeitung war kürzlich zu lesen, dass im Bundeskanzleramt Psychologinnen und Psychologen gesucht werden für die Projektgruppe “Politische Planung” (Link zum RNZ-Beitrag vom 26.8.14). Klasse! Das ist eine exzellente Entscheidung und bringt die Psychologie in eine gute Position zu zeigen, was man mit unseren Erkenntnissen auf dem politischen Feld anfangen kann!

Entscheidungsarchitekturen, komplexes Problemlösen, dynamisches Entscheiden: Da schlummert einiges und wartet auf Anwendung! Viele Themen der Tagespolitik kann man unter psychologischer Perspektive betrachten. Gerade die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse lädt dazu ein, Erkenntnisse aus den Bereichen “dynamic decision making” und “complex problem solving” fruchtbar zu machen. Ein gutes “nudging” (sensu Thaler & Sunstein) wäre auch beim Organspenden wirklich hilfreich!

Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga erscheinen als die einfachste Problemlösung in einer ethisch schwierigen Situation - warum wird nicht auf politischer Ebene daran gearbeitet, dass die IS-Truppen keine Finanzmittel mehr aus dem Verkauf besetzter Ölförderanlagen erzielen können? Oder keine Waffen mehr aus Drittländern erhalten? Systemische Analysen findet man in der politischen Diskussion selten - häufiger sind einfache Haupteffekt-Modelle (”wenn die Peschmerga die richtigen Waffen in die Hand bekommen, halten sie damit den Vormarsch der IS-Truppen auf”). Frieden schaffen mit Waffen: Ich kenne zahlreiche Beispiele dafür, wo dieses Konzept gescheitert ist.

Dass die nun eingesetzte Projektgruppe sofort Wirkung zeigt, wage ich allerdings zu bezweifeln - immerhin ist ein Anfang gemacht. Und wie das Beispiel des Harding Center for Risk Literacy zeigt, kann man bereits mit einer kleinen Truppe schlagkräftig die Öffentlichkeit informieren und aufklären. Mal sehen, was da aus dem Bundeskanzleramt an die Öffentlichkeit kommt.

Mitglied im Erweiterten Direktorium des IWR

Auf Vorschlag des IWR (Institut für Wissenschaftliches Rechnen) bin ich vom Rektor in das Erweiterte Direktorium des IWR berufen worden. Das ist sehr erfreulich! Die Bande zwischen Psychologie und Mathematik werden dadurch nochmals gestärkt! Momentan bin ich dort an drei Doktorarbeiten beteiligt (Michael Engelhart, Nadia Said, Alexander Schubert). Mein Mitarbeiter Dr. Daniel Holt ist an einem dort laufenden Projekt ganz aktiv beteiligt und das Hengstberger-Symposium vom 2.-4.3.2015 ist dem Thema “(Non-)Optimal decision making in dynamic environments” gewidmet.

Als Mitglied des Erweiterten Direktoriums wirke ich an strategischen Entscheidungen mit und kann bei der Verwendung des Haushalts mitbestimmen. Die administrativen Strukturen bestehen aus dem Managing Director (Hans Georg Bock), dem 5köpfigen Managing Board of Directors und dem 47köpfigen Extended Board of Directors:

  • “A Managing Director (presently Hans Georg Bock) is responsible for the management and official representation of the IWR. The managing director reports directly to the rector of the Ruprecht-Karls University.
  • The managing director is a member of the Managing Board of Directors which is responsible for all ongoing decisions and meets approximately every month. It has presently five members: Peter Bastian, Hans Georg Bock, Peter Comba, Andreas Dreuw and Bernd Jähne. The managing director and the members of the board are appointed by the rector of the university for a term of three years, based on a proposal by the extended board of directors of the IWR.
  • The Extended Board of Directors consists of all 47 professors, who are members of the IWR also appointed by the rector. The extended board of directors is responsible for all strategic decisions. Their vote overrules decisions of the two other levels.”

Wer mehr wissen will, was da alles geforscht wird, schaue in den Arbeitsbericht 2009-2014, in dem auch Hinweise auf Beiträge aus meiner Arbeitseinheit enthalten sind: http://www.iwr.uni-heidelberg.de/fileadmin/IWR/PDF/IWR_Report_2014.pdf

Eine der “Main Research Groups” zum Thema “Mind in Action” wird von mir angeleitet. Ich freue mich, bei dieser interdisziplinären wissenschaftlichen Einrichtung beteiligt zu sein!

“Run simple”: Von Blau zu Orange

“Run simple” ist das Motto des SAP-Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott. Als Komplexitätsforscher interessiere ich mich natürlich immer für gute Vorschläge, wie man (unnötige) Komplexität reduzieren kann (mancherlei Komplexität ist ja durchaus erwünscht, z.B. beim begrifflichen Differenzieren).

In der Tageszeitung lese ich nun, dass im Zuge der Vereinfachungsbestrebungen (Leitlinie: “We are simplifying everything, so our customers can do anything”; RNZ: “Der Amerikaner hat der Komplexität … den Kampf angesagt.”) das SAP-Logo ab Januar 2015 vereinfacht wird: “Der blaue Hintergrund mit Farbverlauf weicht dann einem einfachen Orange [...]” (RNZ, 29.10.14).

Wir haben uns in meiner Arbeitsgruppe ein paar Gedanken gemacht, wie Komplexität und Unsicherheit auf Menschen wirkt und was man zur Bewältigung alles tun könnte. An das Thema Farbe haben wir nicht gedacht. So einfach ist das also: das (wg Farbverlauf?) komplexe Blau weicht dem simplen Orange.

PS: Vielleicht ist diese Darstellung etwas einfach ausgefallen - ich wollte einfach mal das Motto “run simple” befolgen… Und keine Sorge: ich werde nicht vom Komplexitätsforscher zum Farbforscher mutieren! Und: Yeah, sagen wir der Komplexität den Kampf an! Hoffentlich hört sie uns!

Nachtrag 14.11.14: In einem RNZ-Bericht von heute zu lesen, dass aufgrund der zahlreichen Kritik an der geplanten Umstellung die Unternehmensspitze zurückrudert. Es wird nun von einem “Test” gesprochen :-) So simpel ist das also! Mit Marken und ihren Logos zu spielen juckt ja immer wieder (auch Springer hat das “alte” Pferd gegen ein neues getauscht und damit viele Freunde verloren). Da bin ich froh über meine Einrichtung, die seit 628 Jahren an ihrem Erkennungszeichen (dem Großen Siegel) festhält!l

Nachtrag 23.11.14: In der RNZ heutigen Datums lese ich, dass die geplante Umstellung zurückgenommen wird! Was sagt uns das über das Management?

Erneute Wahl zum Senatssprecher

In der 420. Sitzung unseres Akademischen Senats am 21.10.2014 bin ich von den Senatorinnen und Senatoren der Universität Heidelberg erneut für weitere vier Jahre (von Oktober 2014 bis September 2018) zum Sprecher des Senats gewählt worden, zusammen mit dem Kollegen Wolfgang Herzog (dem neuen Dekan der Medizinischen Fakultät, in Nachfolge von Claus Bartram, der nach 10jähriger Dekanstätigkeit wieder zurück in sein Institut gekehrt ist).

Als Senatssprecher sollen wir ja vor allem klare Positionen des Senats vor dem Rektorat und dem Universitätsrat vertreten. Ausserdem wirken wir mit bei der personellen Besetzung von Spitzenämtern (Universitätsrat, Rektor, Kanzler) und halten Kontakt zu den zentralen Diensten (Bibliothek und Rechenzentrum).

Die beiden Sprecher sind so gewählt, dass sie verschiedene Aspekte repräsentieren (Fächer links und rechts des Neckars; Amtsmitglied und Wahlmitglied) und nicht zu einseitig pro domo (=für das eigene Haus, im eigenen Interesse also) agieren. Letzteres ist momentan besonders wichtig, weil zum ersten Mal in der Geschichte 3 (!) Senatsmitglieder aus der Psychologie vertreten sind (mehr geht nicht nach der Grundordnung): Klaus Fiedler als Dekan unserer Fakultät, Birgit Spinath als Wahlsenatorin und ich als Wahlsenator. Da werde ich mich vornehm zurückhalten, wenn es um Angelegenheiten unseres Fachs geht.

Dank an meine Mitsenatorinnen und Mitsenatoren für die erneute Wahl - und zwar mit den Stimmen aller im Senat vertretenen Gruppen (Professoren, Mittelbau, Studierende, Nicht-Wissenschaftler)! Ich freue mich zunächst einmal über das in mich gesetzte Vertrauen und die daraus ableitbare Annahme, dass meine Sprechertätigkeit in den vergangenen vier Jahren (2010-2014) nicht ganz schlecht gewesen sein kann. Die von Claus Bartram und mir mitausgewählten Führungskräfte unserer Universitätsspitze erweisen sich ja nach mehrheitlicher Einschätzung als sehr gute Wahlen. Und die Kurskorrektur von einer unternehmerisch ausgerichteten Universität zur akademischen Kultur der Volluniversität hat sich in meinen Augen gelohnt. Ich freue mich aber auch auf die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Wolfgang Herzog, der die größte Fakultät in Heidelberg vertritt.

Hengstberger-Preisträger 2014

Wie in früheren Jahren konnten auch in 2014 wieder drei mit je 12.500 Euro dotierte Hengstberger-Preise zur Durchführung eines internationalen wissenschaftlichen Kolloquiums am IWH (der alten “Psychologen-Villa” am Ende der Hauptstrasse - dort war das PI für viele Jahre untergebracht, vor dem Umzug in die Hauptstrasse 47) vergeben werden. Aus den knapp 20 Antragstellern wurde vom Kuratorium des IWH und unter Mitwirkung des Sponsors die drei folgenden Preisträger 2014 ausgewählt (die Bekanntgabe erfolgte auf der Jahresfeier 2014 der Universität am 18. Oktober):

  • Dr. Christian Kirches (Interdisziplinäres Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen, IWR), Dr. Peter Dürsch (Alfred-Weber-Institut, AWI), Dr. Daniel Holt (Allgemeine und Theoretische Psychologie, ATP): (Non-)Optimal decision making in dynamic environments
  • Dr. Guido Grossmann, Dr. Sebastian Wolf (beide vom Centre for Organismal Studies, COS): Plant-Environment Interactions
  • Dr. Danielle Allesandrini, Dr. Lee Gye-Son, Dr. Ana Peon-Nieto (alle 3 vom Mathematischen Institut): Higher Teichmüller theory and Higgs bundles: interactions and new trends

Ich freue mich, dass nach Dr. Matthias Blümke (2008: International small group meeting on the transformation of reaction-time based measurement approaches) und Dr. Stefanie Höhl (2011: Individual Differences and Universals of Human Social Cognitive Development) mit Dr. Daniel Holt erneut ein Mitglied unseres Instituts ausgezeichnet wurde. Herzlichen Glückwunsch, lieber Daniel!

Für mich war es meine letzte Runde als IWH-Kurator (und natürlich habe ich mich nicht an der Abstimmung über meinen eigenen Kandidaten beteiligt!) - für viele Jahre war ich hier beteiligt und habe viele tolle Bewertungen gesichtet. Schade, dass am Schluß nur wenige gefördert werden können!

Hier ein Auszug aus den Bewerbungsunterlagen unseres Instituts-Preisträgers mit dem Programm des Symposiums:

Entscheidungen zu fällen ist ein wesentlicher Bestandteil des Alltagslebens. Unsere Umwelt verhält sich jedoch nicht statisch, sondern reagiert auf Entscheidungen oder verändert sich auch ohne unser Zutun weiter, was Anpassungen und weitere Entscheidungen erfordert. Kernthema des vorgeschlagenen Symposions ist es, dynamische Entscheidungsprozesse dieser Art aus den komplementären Perspektiven der Ökonomie, Psychologie und Mathematik zu betrachten und zu verstehen. Insbesondere soll die Frage im Mittelpunkt stehen, inwieweit rational optimales Handeln mit Hilfe mathematischer und ökonomischer Modelle in dynamischen Situationen überhaupt bestimmbar ist. Des Weiteren wollen wir hinterfragen, ob dieses theoretische Optimum aus Sicht der kognitiven Psychologie für das oftmals nicht optimale Entscheidungsverhalten des Menschen als Maßstab dienen kann und sollte. Das Symposion wird von drei Nachwuchswissenschaftlern veranstaltet werden, die den Fachrichtungen Mathematik, Psychologie, und Ökonomie an den Instituten IWR, ATP, und AWI der Universität Heidelberg angehören.

Herr Dr. Peter Dürsch arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Jörg Oechssler am Alfred-Weber-Institut, bei dem er auch im Jahr 2011 promoviert hat. Seine Forschung ist sowohl theoretisch, wie auch experimentell ausgerichtet und umfasst unter anderem Imitationsverhalten, Entscheidungen unter Unsicherheit, sowie Spieltheorie.

Herr Dr. Daniel Holt ist akademischer Rat auf Zeit in der Abteilung Allgemeine und Theoretische Psychologie am Psychologischen Institut. Er hat 2012 bei Prof. Dr. Joachim Funke promoviert und forscht zu den Themen Planen, Problemlösen und Modellierung kognitiver Prozesse.

Herr Dr. Christian Kirches ist seit 2013 Leiter einer Forschungsgruppe am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR). Er hat 2010 bei Prof. Dr. Dres. h.c. Hans Georg Bock und Prof. Dr. Gerhard Reinelt am IWR in Mathematik promoviert. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe erforscht er die Entwicklung und Umsetzung von mathematischen und computergestützten Verfahren zur effizienten Optimierung komplexer dynamischer Prozesse.

Christian Kirches und Daniel Holt haben bereits in einem von der Exzellenzinitiative geförderten Projekt zur mathematischen Modellierung kognitiver Prozesse (Zukunftskonzept Fördermaßnahme 5.4, Projekt „CoMoKoS“) erfolgreich zusammengearbeitet. Peter Dürsch und Daniel Holt haben in der Vergangenheit ebenfalls bei der Erforschung der Rolle kognitiver Fähigkeiten beim rational-ökonomischen Entscheiden kollaboriert (Projekt im Field of Focus 4 „Regulation and Self-Regulation“). Die konstruktiven interdisziplinären Schnittstellen, die sich in diesen Projekten gezeigt haben, sind eine wesentliche Motivation für das vorgeschlagene gemeinsame Symposion, um eine derartige Vernetzung auch auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken.

Das Symposion verbindet mit den Fachbereichen Mathematik, Psychologie und Ökonomie die Wissenschaftsbereiche Naturwissenschaften, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und fördert den gegenseitigen Austausch anhand der zentralen Forschungsgegenstände „menschliche Entscheidungen“ und „dynamische Umgebungen“ zu denen alle drei Fachbereiche Beiträge in Theorie und Experiment einbringen. Dabei bieten sowohl die Wirtschaftswissenschaften als auch die Psychologie relevante Anwendungsfelder für die Analysewerkzeuge der Mathematik. Das Augenmerk der Wirtschaftswissenschaftler liegt hauptsächlich auf der praktischen Anwendbarkeit der Ergebnisse, während die Psychologie sich stärker auf den eigentlichen Entscheidungsprozess konzentriert. Da beide Disziplinen ähnliche Themen bearbeiten, ist ein Kontakt über die Grenzen der Disziplinen hinweg besonders wünschenswert um Duplikationen in der Forschung zu vermeiden und Erkenntnisse des anderen Fachs zu nutzen. Bereits jetzt wird z.B. psychologische Grundlagenforschung genutzt, um die Annahmen wirtschaftswissenschaftlicher Lerntheorien zu stützen. Die Mathematik liefert hier eine geeignete Methodik, um anspruchsvolle Modelle zu lösen. Hierdurch wird es den anderen beiden Disziplinen ermöglicht, theoretische Fragen zu beantworten, deren Bearbeitung erst mit fortschrittlichen Optimierungsverfahren möglich wird.

Das Symposion trägt über die Forschungsinteressen der beteiligten Partner hinaus dazu bei, den fächerübergreifende Dialog als ein besonderes Anliegen des Zukunftskonzepts der Universität Heidelberg in der Exzellenzinitiative des Bundes zu stärken. Als drittem methodischem Ansatz neben Theorie und Experiment und als Schlüsseltechnologie zur Vernetzung der „Fields of Focus“ der Universität kommt dem Wissenschaftliche Rechnen dabei besondere Bedeutung zu.

Mit einem Tagungsband wird das geplante Symposion auch selbst zum Stand der Literatur beitragen. Dieser wird eine aktuelle Übersicht über die neusten Forschungsergebnisse zum Thema Entscheidungsfindung in dynamischen Systemen zusammenstellen und diese Entwicklungen zueinander in Kontext setzen.

Semesteranfang

Funkelnder Spinath

Funkelnder Spinath

Das Wintersemester hat begonnen, die “Erstis” sind zahlreich erschienen und machen sich mit dem Institut vertraut. Bei der Aufteilung in die Kleingruppen gibt es immer einen Wettbewerb um witzige Gruppennamen - diesmal gab es einen, den ich nicht zuletzt wegen des Gummibären als Anspielung auf meinen Namen und den meiner Kollegin verstanden habe (siehe das eingefügte Bild).

Bei den Abteilungsbesuchen und beim Kaffee (diesmal mit Quiz! Sehr gute Idee!) gab es erste Gelegenheiten zum Kennenlernen. Kritische Neugier: hoffentlich bleibt sie erhalten! Wissenschaft lebt davon!

Semesteranfang: Wir haben nicht nur 102 neue BSc-Studierende, sondern auch neue Master! Am Montag haben wir die 20 Neulinge aus dem MSc OBAC-Zweig begrüßt. Wir haben eine interessante Gruppe! Bin gespannt, was sich da entwickelt!

Der Semesteranfang fordert auch administrativen Tribut: Treffen der Professoren, Treffen aller Mitarbeitenden, Sitzung des Fachrats; die ersten Sitzungen der Fakultät und des Senats in diesem Semester kommen noch. Dass alles mit einem deutlich erhöhten Mailaufkommen verbunden ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen - auch nicht, wieviel Zeit nun zur Vorbereitung und Durchführung der Lehre benötigt wird. Drei große Vorlesungen wollen aktualisiert und vorbereitet werden.

Und natürlich gab es zum Abschluss der Einführungswoche mal wieder eine Ersti-Party (”PsychoPathie”) - diesmal sogar mit drei professoralen DJs (welches Institut kann da mithalten?): DJane BiSpi, DJ Dirk und DJ Funk natürlich :-) Hat Spass gemacht!