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DGPs-Vorstand zu Gast im PI

Letztes Wochenende hat der Vorstand der “Deutschen Gesellschaft für Psychologie” (DGPs) seine turnusmäßige Vorstandssitzung in unserem Institut abgehalten. Unter dem Vorsitz unserer Präsidentin Ursula Staudinger haben Peter Frensch, Franz Petermann, Reinhard Pietrowsky, Christoph Steinebach und Dirk Wentura am Freitag und Samstag ihre lange Tagesordnung abgearbeitet. Am Freitag Abend hatten wir Heidelberger Professoren dann Gelegenheit, zwei Stunden mit dem Vorstand über die Situation der Psychologie in Heidelberg, die Lage der Psychologie im deutschsprachigen Raum und die aktuellen Probleme an den Instituten zu sprechen.

Die Einheit unseres Faches, der Übergang von BSc zu Msc und die Frage der Zulassungsbedingungen für die Psychotherapeutenausbildung: Beispiele für Themen, die uns und den Vorstand gleichermaßen beschäftigen! Aber auch die geringe Rolle, die die Psychologie im Rahmen der Exzellenzinitiative spielt, hat uns interessiert - Psychologie ist eine “Hub Science” zwischen Natur- und Geisteswissenschaften! Das müssen wir mehr kommunizieren und praktizieren! Und die Begutachtungspraxis, die schon früh unseren Blick für die Schwachstellen schärft und dabei manche Stärke übersieht - die “Kritische Lektüre” muss ja nicht nur das Negative an einer Studie herausheben - Kritik heisst auch anzuerkennen, was an positiven Punkten vorliegt.

Spannend! Unser Fach, die Psychologie, ist ganz schön lebendig! Das ist doch eine gute Botschaft!

Peter Fiedler erhält Auszeichnung für Lebenswerk

Peter Fiedler

Peter Fiedler

Unser Kollege Prof. Dr. Peter Fiedler hat als Auszeichnung für sein Lebenswerk am 12. November 2009 an der Universität Zürich den mit 25.000 € dotierten Schweizer Wissenschaftspreis für Humanistische und Anthropologische Psychologie durch die Dr. Margrit Egnér Stiftung erhalten. Herzlichen Glückwunsch dazu, lieber Peter!

Allein die Liste Deiner Lehrbücher ist unglaublich beeindruckend (ich liste nur die aus diesem Jahrtausend auf): 2001 Dissoziative Störungen und Konversion; 2002 Dissoziative Störungen; 2003 Integrative Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen; 2004 Sexuelle Orientierung und sexuelle Abweichung; 2005 Verhaltenstherapie in Gruppen; 2006 StalkingOpfer, Täter, Prävention, Behandlung; 2007 Persönlichkeitsstörungen (6. Auflage). Wieviele Studierende und wieviele praktisch Tätige haben sich an Deinen Texten orientiert!

Schön, dass Deine Verdienste um die Klinische Psychologie nun so lobend anerkannt werden! Deine Verdienste um unser Institut müssen an anderer Stelle gelobt werden :-)

Complex Cognition: Beiträge gesucht

Nachdem im letzten Jahr ein erster Versuch zur Etablierung eines DFG-Schwerpunktprogramms zum Thema “Komplexe Kognition” gescheitert war (siehe http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2009/08/06/ablehnungen/, nehmen wir – Ute Schmid (Bamberg), Marco Ragni (Freiburg), Coty Gonzalez (Pittsburgh) und ich – jetzt einen etwas anderen Anlauf: die Herausgabe eines einschlägigen Themenhefts. Hier der “Call for Papers”, der an verschiedenen Stellen über einschlägige Mailing-Listen verbreitet wurde:

In: Cognitive Systems Research, Elsevier <www.elsevier.com/locate/cogsys

Guest Editors:
Ute Schmid (University of Bamberg, Germany)
Marco Ragni (University of Freiburg, Germany)
Joachim Funke (University of Heidelberg, Germany)
Coty Gonzalez (Carnegie Mellon University, Pittsburgh, PA, USA)

Theme of the Special Issue

Dealing with complexity has become one of the great challenges for modern information societies. To reason and decide, plan and act in complex domains is no longer limited to highly specialized professionals in restricted areas such as medical diagnosis, controlling technical processes, or serious game playing. Complexity has reached everyday life and affects people in such mundane activities as buying a train ticket, investing money, or connecting a home desktop to the internet. Interdisciplinary research on cognitive foundations and formal and algorithmical approaches of cognitive systems can address this challenge by providing insights in the mechanisms which can enable human and artificial systems to decide, reason, plan and act in complex domains.

Research which contributes to the topic of complex cognition is done in the context of cognitive architectures, automated planning and reasoning, decision support, and assistance systems. The special issue addresses basic mechanisms of complex cognitive systems as well as applications in arbitrary complex domains. It is open but not restricted to work in
* reasoning in complex domains
* learning from problem solving experience
* planning and problem solving in dynamic environments
* automated decision making and cognitive assistance systems.

Call for Papers

Anybody with research contributions relevant to the topics given above is invited to notify the guest editors of his/her interest to submit a paper by sending a tentative title, list of authors and a short abstract by November 30, 2009 to <ute.schmid@uni-bamberg.de.  Full papers are also submitted by email to <ute.schmid@uni-bamberg.de (not to the editors directly). Submission deadline is March 29, 2010. Submitted papers should contain original and unpublished work and should not  exceed 30 pages including tables and figures. Manuscripts should be submitted electronically in PDF format in accordance with the Elsevier guidelines. Please use the generic Elsevier style elsart available from <http://www.elsevier.com/latex to prepare the Latex file.  All submitted papers will be refereed in a single-blind review process in terms of their originality, the methodological soundness, the clearness of the presented results and conclusions and the relevancy of the submission for the special issue.

Important Dates

Abstract 30th November, 2009; Submission 29th March, 2010; Notification 3rd May, 2010; Camera Ready 7th June, 2010

Board of Reviewers (to be completed)

Ruth Byrne (University of Dublin, Ireland); Claus-Christian Carbon (University of Bamberg, Germany); Ken Forbus (Northwestern University, USA); Hector Geffner (Universitat Pompeu Fabra, Spain); Joachim Hertzberg (University of Osnabrueck, Germany); Pascal Hitzler (Wright State University, USA); Markus Knauff (University of Giessen, Germany); Guenther Knoblich (Radboud University Nijmegen, The Netherlands); Kai-Uwe Kühnberger (University of Osnabrück, Germany); John Laird (University of Michigan, USA); Pat Langley (Arizona State University, USA); Christian Lebiere (Carnegie Mellon University, USA); Bernhard Nebel (University of Freiburg, Germany); Christoph Schlieder (University of Bamberg, Germany); Niels Taatgen (University of Groningen, The Netherlands); Iris van Rooij (University of Nijmegen, The Netherlands)

Wir freuen uns auf interessante Beiträge, die das Thema “Komplexe Kognition” stark machen!

Der p-Wert und die Experten

Von meinem Kollegen Christian Fiebach erhielt ich den Hinweis auf folgenden witzigen Beitrag in ScienceNOW zum Thema “p-Werte”:

Christian, Du hast völlig recht: Es ist interessant zu sehen, wie viele unterschiedliche Interpretationen des
p-Wertes unter Experten so möglich sind! Und in der Konsequenz sollten wir die Bedeutung von p-Werten einfach nicht so hoch gewichten wie das oft getan wird - die Konfidenzintervalle sind da viel bessere weil aussagekräftigere Parameter.

Zum Thema p-value gibt es übrigens auch einen witzigen Beitrag von dem von mir sehr geschätzten Jacob Cohen:

Cohen, J. (1994). The earth is round (p < .05). American Psychologist, 49, 997-1003.

Dieser Artikel hat übrigens ein paar Kommentare provoziert:

Hubbard, R. (1995). The earth is highly significantly round (p < .0001). American Psychologist, 50, 1098.

Svyantek, D. J., & Ekeberg, S. E. (1995). The earth is round (so we can probably get there from here). American Psychologist, 50, 1101.

Cohen, J. (1995). The earth is round (p < .05): Rejoinder. American Psychologist, 50, 1103.

Da stoßen einfach verschiedene Statistik-Welten aufeinander… Stimmt das: Sind Statistiker wirklich vom Mars gekommen? p<0.001?

Jahresfeier der Universität

Auf der diesjährigen Jahresfeier der Universität - ihrem 623. Geburtstag! - hat unser Kollege Karlheinz Sonntag als neuer Prorektor den Festvortrag gehalten. “Change Management” für die Universität: das ist etwas anders als CM im Unternehmen! Welches Unternehmen blickt schon auf eine 623jährige Geschichte! Da muss doch was besonderes dran sein! Da soll uns mal keiner so schnell hereinreden… Gut, wenn jetzt die Psychologie auf empirischer Grundlage Einfluß auf die Entwicklung unserer Alma Mater nimmt!

Die Jahresfeier war vor allem eines: extrem lang! Nach drei Stunden konnten wir endlich die Alte Aula verlassen - ich hatte das Glück, neben Werner Moritz, dem Direktor des Universitätsarchivs, zu sitzen, mit dem ich zwischenzeitlich die eine oder andere kurzweilige Anekdote austauschen konnte -, nachdem die verschiedensten Reden gehalten wurden, von denen die des Studenten Daniel Sommer (Debating Club Heidelberg) die unterhaltsamste war - Gratulation zu einer Spitzenleistung!

Wie lange wird wohl die 625. Jahresfeier dauern? Und warum sehnt man sich nach dem Ende dieser Veranstaltung? Liebe Frau Fuhrmann-Koch: Kann man da nicht etwas daran ändern? Bin gespannt auf die nächste Geburtstagsfeier!

Heidelberger PI: exzellente Forschung!

Auszug aus einem Schreiben unseres Geschäftsführenden Direktors Dirk Hagemann:

es ist mir eine große Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass das Psychologische Institut der Universität Heidelberg einen Platz in der “Excellence Group” des CHE Excellence Rankings 2009 errungen hat.

In diesem Ranking wurden knapp 100 Hochschulen in Europa danach bewertet, ob sie dem wissenschaftlichem Nachwuchs bei der Suche nach Master- und Ph.D.-Angeboten eine forschungsstarke und international orientierte Ausbildung anbieten können. Bewertet wurden im internationalen Vergleich die folgenden Fächer:

- Wirtschaftswissenschaften
- Politische Wissenschaften
- Psychologie

Von diesen Fächern konnte sich an der Universität Heidelberg die Psychologie als EINZIGES Fach im internationalen Vergleich durchsetzen. In einem ähnlichen Ranking wurden bereits 2007 die folgenden Fächer verglichen:

- Biologie
- Chemie
- Physik
- Mathematik

Von diesen Fächern konnten sich an der Universität Heidelberg nur die Chemie und die Physik durchsetzen.  Nähere Informationen finden Sie unter http://www.excellenceranking.org/eusid/EUSID

Es ist erfreulich, dass die Psychologie zusammen mit der Chemie und Physik aus Sicht von außenstehenden Experten zur internationalen Reputation unserer Universität bei der Nachwuchsförderung beitragen kann.

Super! Nachdem das Rektorat in seiner diesbezüglichen Bewertung unseres Instituts ja eher zurückhaltend war, kommt nun das Lob von außen! Zwar 1 Woche zu spät (weil nicht mehr in den Budgetierungsverhandlungen vorzutragen), aber natürlich trotzdem sehr ermutigend und ein Ansporn für uns alle, den erfolgreichen Weg weiterzugehen.

Man könnte es auch so sehen: Physik und Chemie schaffen ihre internationale Exzellenzposition mit der massiven Hilfe des Rektorats, die Psychologie ohne sie. Dass wir uns trotzdem über jede materielle Unterstützung freuen, steht außer Frage…

[Nachtrag 17.11.09] siehe auch: http://www.uni-heidelberg.de/presse/news09/pm20091117_psychologie.html

Budgetierung durch das Rektorat

Ein wichtiges Ereignis hat diese Woche stattgefunden: Zum ersten Mal wurde unser Psychologisches Institut im Rahmen von Budgetierungsverhandlungen durch das Rektorat evaluiert. Alle Institute der Uni Heidelberg werden dieser aufwendigen Prozedur unterzogen, bei der es im wesentlichen darum geht, die Leistungen der jeweiligen Einrichtung genau unter die Lupe zu nehmen und daraufhin das Budget für die kommenden Jahre festzulegen.

Die Budgetierungsverhandlungen sind schon lange intensiv vorbereitet worden: Alle möglichen Kennzahlen sind zusammengestellt worden, sowohl aus der Forschung wie auch aus der Lehre. Natürlich sind wir stolz auf unsere guten Rankings, auf unsere Forschungserfolge und die Drittmittelbilanz. Aber auch die Lehrevaluation stellt uns gute Noten aus.

Dass wir chronisch unterfinanziert sind, teilen wir mit vielen anderen Hochschuleinrichtungen. Seit dem Solidarpakt 1998-2003 und 2003-2008 hat unser PI knapp 25% seines Personalbestandes verloren. Unser Aversum (das verfügbare, nicht durch Personalverträge gebundene Budget) ist seit über 10 Jahren trotz Inflation, MwSt-Erhöhung, usw. unverändert geblieben, obwohl unsere Aufgaben und Aktivitäten ausgeweitet wurden (wir haben z.B. in den letzten 10 Jahre zahlreiche kostspielige Labore eingerichtet und unterhalten diese fortlaufend) - das hat u.a. auch Räume gekostet! Personal aus Drittmitteln und aus Studiengebühren ist zahlreich dazugekommen. Kein Wunder, dass unsere Wunschliste aus drei Punkten besteht:

  1. Wir brauchen mehr Raum - wir platzen aus allen Nähten! Ein Vorschlag zur Lösung wäre, die Kellerräume im Vorder- und im Hintergebäude auszubauen.
  2. Wir brauchen mehr nicht-wissenschaftliches Personal für die diversen Labore (1-2 Mitarbeiterstellen) und für die immer mehr steigende Verwaltung (Ersatz für wegfallende Stellen mit kw-Vermerk).
  3. Wir brauchen eine Erhöhung unseres Budgets (teure Laborunterhalte; Inflationsausgleich; Re-Investitionen für steinalte Geräte und Ausstattung).

Das Rektorat (Rektor und Prorektoren), unser Dekan Andreas Kruse und Mitarbeiter der Verwaltung (eine Delegation von ca. 15 Personen, darunter die Kanzlerin und mehrere Dezernatsleiter) haben sich einen Tag lang Zeit genommen, um mit allen Statusgruppen - Professoren, Mittelbau, Studierenden, Nichtwissenschaftlern - zu reden.

Dass im Endergebnis nach 10 Stunden dann doch alles eher nach Hornberger Schießen aussieht, ist ein möglicher Eindruck. Tatsächlich gibt es zwar keine konkreten Ergebnisse, aber doch ein paar neue Erkenntnisse über uns selbst und wie uns das Rektorat einschätzt. Und vor allem: Wir Professoren haben soviel miteinander geredet wie schon lange nicht mehr. Dabei sind eine Reihe guter Ideen entstanden.

Wofür wir gelobt wurden: alles, was mit Lehre und Studium zusammenhängt und was den Umgang mit Studierenden betrifft, sei “beispielgebend” für diese Universität! Wow! Auch die Teamqualitäten im Institut scheinen erkannt worden zu sein, wenngleich unsere Forschungs- und Drittmittelaktivitäten, die wir ganz schön beeindruckend finden, dem Rektorat noch nicht genug sind. Wofür wir Minus-Punkte bekommen haben, ist die zu geringe Zahl an Promotionen, auch wenn wir glaubhaft machen konnten, dass sich hier einiges verbessern wird. Als Minus wurde ebenfalls die inhaltliche Breite gesehen - das Fehlen eines klaren Profils -, die wir eigentlich als unsere Stärke betrachten: analog zur Volluniversität (”comprehensive university”) sehen wir uns noch als eines der wenigen verbliebenen Psychologischen Institute mit großer Fächerbreite (”comprehensive psychology”). Wir sollten es dennoch schaffen, starke Inhaltscluster herauszustellen (Young Infants; Rationality and Decision Making; Emotion Regulation) und auch quer zu Inhalten liegende Stärken (Psychological Science in the Public Interest) hervorzuheben.

Die Raumfrage: wir haben fast keine Expansionsmöglichkeiten auf unserem wunderschönen Altstadt-Gelände. Was bleibt uns außer einem Umzug? Das Undenkbare denken - nichts ist unmöglich… Die Geldfrage: Das Rektorat würde wohl gerne mehr tun, aber Aversumserhöhung ist nicht drin (wohl aber ein -geldwertes- Entgegenkommen bei der Raumberechnung, was unsere Raumkosten reduzieren würde und damit indirekt unseren Haushalt stärkt).

In summary: Alles in allem stehen uns jetzt einige Optionen offen, die wir mit entsprechenden Planungen in Angriff nehmen können und dabei auch Unterstützung durch das Rektorat angeboten bekommen, so z.B. die Mitwirkung bei der Exzellenzinitiative. Das Rektorat hat uns einen Spiegel vorgehalten, der das, was wir wahrnehmen, etwas anders aussehen lässt. Darüber müssen wir nachdenken. Die Bilanz könnte also auch so lauten: wir verlieren nichts, gewinnen aktuell nichts, aber können zukünftig etwas gewinnen, wenn wir den beabsichtigten Strukturwandel vorantreiben.

Wie heisst es doch bei Wikipedia über das Hornberger Schießen: “wenn eine Angelegenheit mit großem Getöse angekündigt wird, aber dann nichts dabei herauskommt und ohne Ergebnis endet”.

13. Praktikumskongress

Dieses Jahr fand der 13. Praktikumskongress erstmalig zu Beginn des Wintersemesters statt - Grund dafür war die hohe Belastung der BSc-Studierenden am Ende des letzten Sommersemesters, sodass die Veranstalter (Dirk Hagemann und ich) eine Verschiebung sinnvoll fanden. Dankenswerter hat der Festredner Manfred Schmitt, mit dem wir ja schon länger im Vorhinein den Termin vereinbart hatten, flexibel umdisponieren können - Danke, Manfred! Was nicht alle wissen: Ich habe mit Manfred zusammen in Trier studiert und wir beide haben damals gemeinsame politische Aktionen gestartet… Memories of Trier are memories of you!

Danke auch für den schönen Vortrag zum Thema “Sensibilität für Ungerechtigkeit”, der ein spannendes Thema sehr klar und verständlich präsentiert hat, das bei uns nicht so im Fokus steht, das mir aber gerade unter dem Aspekt der Globalisierung und des Klimawandels ein zentraler Hebel für zukünftige Debatten in diesem Bereich zu sein scheint! Was ist das Ungerechte am Klimawandel? Wer ist Täter, wer Opfer? Sind wir nur Beobachter oder Nutznießer? Wie sieht Gerechtigkeit auf der Gruppenebene aus?

Was wir an Qualität bei den Postern gesehen haben, ist beeindruckend gewesen! Manfred Schmitt, der nicht zimperlich ist, wenn es um kritische Bemerkungen geht, war voll des Lobes für die gesamte Kohorte und tatsächlich sind auch nicht nur die drei prämierten Poster (von insgesamt 25 teilnehmenden Gruppen) einen Blick wert:

  • Platz 1 für Poster 13 von Max Ihmels, Nico Müller & Andreas Neubauer: Intelligenz hilft zwar, nützt aber nichts (betreut von Dirk Hagemann)
  • Platz 2 für Poster 16 von Christine Bosch, Geraldine Gvozdanovic, Anna Kremser & Jonna Metz: Verbesserte Arbeitsgedächtnisleistung durch Steigerung der Aufmerksamkeit (betreut von Daniel Holt)
  • Platz 3 für Poster 22 von Kai Gode, Hella Schneider & Miriam Senft: Der Kopftucheffekt - Implizite und explizite Stereotype gegenüber muslimischen Frauen (betreut von Christian Unkelbach)

Insgesamt eine gute Stimmung auf diesem Kongress, der wieder materiell unterstützt wurde durch den Springer-Verlag (Preisgelder in Form von Büchergutscheinen) sowie durch die Alumni Psychologici (Getränke) - herzlichen Dank an beide Sponsoren! Natürlich auch Dank an die vielen immatriellen Unterstützer: die 15 Jurorinnen und Juroren, die Hilfskräfte und Mitarbeiter im Hintergrund beim Ausschenken und beim Auswerten, die vielen Kolleginnen und Kollegen, die einfach nur neugierig waren und sich tolle Poster angeschaut haben!

Danke auch an die vier Erstis, die mir nach dem Vortrag Feedback gegeben haben und zwar ein paar technische Details im Vortrag von Manfred Schmitt nicht verstanden haben, wohl aber die inhaltlichen Kernaussagen - das ermutigt uns, den Expra-Kongress vielleicht schon im nächsten Jahr zum Bestandteil des EKS werden zu lassen.

DJ Funk (courtesy of Markus Russin)

DJ Funk (courtesy of Markus Russin)

Am Abend - sozusagen als Abschluss der EKS-Veranstaltung - gab es dann die Ersti-Psychofete. Habe mich 2 Stunden als DJ Funk mit meinen Lieblingstiteln beschäftigen dürfen und nach einiger Zeit hat sich doch tatsächlich die Tanzfläche gefüllt :-) Der letzte Titel war natürlich das allseits bekannte Lied von Dörthe Kollo (hier der Text).

siehe auch frühere Blog-Einträge zum 10. Praktikumskongress 2006, 11. Praktikumskongress 2007, 12. Praktikumskongress 2008.

Henning Plessner zurück nach Heidelberg

Henning Plessner

Henning Plessner

Prof. Dr. Henning Plessner, Universität Leipzig, hat den Ruf auf die Professur für Sportpsychologie am Institut für Sport und Sportwissenschaft unserer Fakultät erhalten. Einige werden Henning noch kennen aus seiner Zeit hier in Heidelberg bei der Sozialpsychologie. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich Urteilen und Entscheiden im Sport, der Psychologie der Intuition, der Einstellungsbildung und Messung sowie dem induktiven Schlussfolgern.

Mit Henning Plessner und Tilmann Betsch bin ich an einem Buchprojekt beteiligt, das zu den am längsten laufenden meiner bisherigen Geschichte zählt - aber dafür gibt es natürlich eine Erklärung: 24. Henning hat auch mich für diese Serie angefixt - und die zu verfolgen kostet Zeit…

Henning: Heidelberg freut sich, Dich - hoffentlich - bald wieder zurückzubekommen! Herzlichen Glückwunsch erst mal zum Ruf und viel Erfolg bei Deinen Verhandlungen - noch ist ja nichts endgültig entschieden!

Tschira-Preis 2009 für verständliche Forschung

Stefanie Höhl

Stefanie Höhl

Eine der 5 Preisträgerinnen des Klaus Tschira-Preises 2009 für verständliche Forschung ist unsere Mitarbeiterin Dr. Stefanie Höhl aus der Abteilung Entwicklungspsychologie! Ganz herzlichen Glückwunsch dazu! Ich finde es ganz wichtig, dass man nicht nur gute Forschung macht, sondern auch dazu in der Lage ist, diese Forschung verständlich zu kommunizieren. Stefanie Höhl hat es geschafft, ihre Säuglingsexperimente gut verständlich zu beschreiben. Klasse!

Auszug aus der Laudatio:

Wenn Menschen sich in unbekannten Situationen befinden, orientieren sie sich am Verhalten und an den emotionalen Signalen anderer. Sie lernen beispielsweise durch Beobachtung, dass erschrockene Gesichter ein Warnsignal sind. Dass auch bereits Babys im Alter von drei Monaten hierzu in der Lage sind, hat erstmals Stefanie Höhl herausgefunden. In ihrem Beitrag „Soziale Entdecker in Windeln“ beschreibt sie interessant und für jeden verständlich ihre Forschungen zu diesem Themengebiet. Stefanie Höhl erklärt in ihrem gut strukturierten Beitrag anschaulich, mit welchen Methoden sie bereits bei sehr jungen Babys herausfinden konnte, welche Fähigkeiten diese im Bereich des „sozialen Referenzierens“ besitzen, das die Voraussetzung für das Lernen durch Beobachtung ist. Zum Verständnis des Lesers trägt auch bei, dass die Wissenschaftlerin ihren eigenen Forschungsanteil anschaulich schildert.

Psychologie gehört zu den absolut öffentlichkeitswirksamen Themen - allerdings meinen viele Personen, sich dazu äußern zu müssen, die keine guten Fundamente haben. Umso wichtiger, dass die wirklich gute Forschung auch zum interessierten Fachpublikum gebracht wird! Und toll, dass wieder einmal eine Heidelberger Alumna zu den Preisträgerinnen gehört! Gratulation!

siehe auch den Blog-Eintrag zum Tschira-Preis 2007: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2007/10/12/preis-fur-verstandliche-forschung/