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Rektor Eitel tritt vorzeitig zurück

Diese Woche konnte man es in der Lokalzeitung RNZ (und im “Newsroom” der Uni) lesen: Rektor Bernhard Eitel tritt vorzeitig von seinem Amt zurück. Unter der Überschrift “Rektor Eitel beendet seine Amtszeit früher. Uni-Oberhaupt zieht sich im September 2023 zurück – Nachfolger soll Zeit für Exzellenzstrategie haben“ wird deutlich, dass der Rücktritt erst in einem Jahr erfolgt (seine 3. Amtszeit läuft offiziell vom 1.20.2019 bis 30.9.2025), und dass der Grund „Vorbereitung der Exzellenzinitiative“ (wichtige Schritte dazu finden bereits in 2024 statt) lautet. Ein ehrenwertes Motiv!

In seiner Rundmail vom 11.5.2022 erläutert der Rektor seinen Schritt und gibt bereits eine erste Bewertung seiner seit 1.10.2007 laufenden Amtszeit: “Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf meine nun bereits 15-jährige Amtszeit als Rektor unserer Universität zurück. Ich bin und bleibe dankbar für das Vertrauen, das sich in meiner zweimaligen Wiederwahl ausdrückt. Ganz wesentlich war und ist diese Zeit dadurch geprägt, mit vielen engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern die herausragende Position der Ruperto Carola im Exzellenzwettbewerb zu erringen und zu verteidigen. Die Universität immer wieder neu aufzustellen und weiterzuentwickeln, dafür habe ich mich vor allen anderen Aufgaben mit Leidenschaft und ganzer Kraft eingesetzt. Wir alle können mit Freude und ein wenig Stolz auf die großen Erfolge blicken, die wir gemeinsam errungen haben – auf die Strukturen, die wir aufbauen und die exzellenten Köpfe, die wir für Heidelberg gewinnen konnten. Die Universität Heidelberg hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt und im internationalen Wettbewerb weiter profiliert. Eine neue Rektorin oder ein neuer Rektor soll genügend Zeit haben, in den nächsten Jahren die künftigen Schwerpunkte in der Exzellenzstrategie mit Ihnen gemeinsam zu entwerfen und in der Universität breit zu verankern.“ Etwas rosa-rot, diese Rückschau?

Wie geht es nun weiter? Eine Findungskommission begibt sich nun auf die Suche nach internen und externen Persönlichkeiten, ich fände, eine Rektorin täte uns mal gut! Wir haben ja erfreulicherweise eine Reihe toller Professorinnen unter den über 600 Spitzenkräften unserer Universität! Am Ende wählen Senat und Universitätsrat die neue Führungspersönlichkeit im kommenden Frühjahr 2023. Die Amtszeit beginnt am 1.10.2023 und dauert regulär 6 Jahre. Über die Findungskommission heisst es in der Grundordnung §6: “In der Findungskommission zur Auswahl der hauptamtlichen Rektoratsmitglieder gem. § 18 Abs. 1 LHG wird der Senat durch seine zwei Sprecherinnen oder Sprecher (§ 9 Abs. 2) vertreten. Über Ausnahmefälle im Hinblick auf Vertretung und Befangenheit entscheidet der Senat. Die Vertreter des Senats in der Kommission dürfen nicht dem Rektorat angehören. Der Universitätsrat entsendet zwei Mitglieder einschließlich der oder des Vorsitzenden in die Kommission, das Wissenschaftsministerium eine Vertreterin oder einen Vertreter mit beratender Stimme. Die hauptamtlichen Rektoratsmitglieder werden im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung durch Senat und Universitätsrat gewählt.”

Übrigens gibt es Parallelen zwischen den benachbarten Unis Tübingen und Heidelberg (allerdings mit einem Jahr Unterschied):

Uni HD: Rektor Bernhard Eitel erklärt seinen Rücktritt am 10.5.2022 und gibt im Herbst 2023 sein Amt ab wg. Exzellenz
https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/rektor-der-universitaet-heidelberg-wird-seine-dritte-amtszeit-vorzeitig-beenden

Uni TÜ: Rektor Bernd Engler erklärt seinen Rücktritt am 10.6.2021 und gibt im Herbst 2022 sein Amt ab wg. Exzellenz
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/uni-rektor-kuendigt-ruecktritt-an-100.html

Natürlich geht das Einarbeiten in Heidelberg deutlich schneller als in Tübingen, wo schon ab Oktober 2022 Karla Pollmann als Rektorin wirkt :-)

Wie sagt man im Rheinland: “et kütt wie et kütt…”

Nachruf auf Ursula Lehr

Am 25.4.2022 ist die Alternsforscherin Ursula Lehr 91jährig in Bonn verstorben. Ich habe sie 1984 kennengelernt, als mein damaliger Chef Jürgen Bredenkamp von der Uni Trier an die Uni Bonn wechselte und die Nachfolge von Hans Thomae antrat (mit Edgar Erdfelder und mir als junge Assis). Thomae und Lehr (sie wurden in späteren Jahren ein Ehepaar) waren beide prägende Personen der Gerontopsychologie (um nicht zu sagen “deren Gründer”).

In ihrer Zeit als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit 1988-1991 hat sie nicht nur den ersten Altenbericht veranlasst (er wird seither in jeder Legislaturperiode dem Bundestag vorgelegt), sondern auch durch ein von ihr beauftragtes Gutachten das lang ersehnte Psychotherapie-Gesetz (PsychThG) auf den Weg gebracht (siehe auch Dietmar Schulte, 2021: “Der lange Weg zum Psychotherapeutengesetz“). Zudem war sie seit 1988 treibende Kraft zur Gründung des (2005 leider wieder aufgelösten) “Deutschen Zentrums für Alternsforschung” (DZFA) in Heidelberg.

Ursula Lehr hat sich immer für aktives Altern eingesetzt und diese Forderung zeitlebens vorgelebt. Ihre Ideen bleiben in dieser Welt und es ist an uns, etwas daraus zu machen. - Einen schönen Nachruf ihres Schülers Andreas Kruse hat die RNZ am 28.4.2022 veröffentlicht (anklicken zum Vergrößern):

Rektor wird gerügt

So wie ich selbst erst kürzlich (Mitte März) vom Rektor Bernhard Eitel wegen der Verwendung meiner dienstlichen Emailadresse im Kontext von Aktivitäten der Scientists for Future gerügt wurde (siehe Blog), so wurde der Rektor nun seinerseits gerügt vom Landesdatenschutzbeauftragten Stefan Brink (so die StZ vom 3.5.2022, siehe unten) und - weitergehend - vom Wissenschaftsministerium.

Es geht um die Offenlegung zweier Gutachten im Kontext der inzwischen abgeschlossenen Santander-Affäre (hier ein RNZ-Bericht; die Universitätsleitung sah sich zu Unrecht beschuldigt), über die ich in diesem Blog mehrfach berichtet habe (siehe zB. hier, sonst “Santander” im Suchfeld diese Blogs eingeben). Bei der Übermittlung dieser Gutachten an den Landesdatenschutzbeauftragten BW im Zuge des Informationsfreiheitsgesetzes waren diese wohl weitgehend geschwärzt (die “Stuttgarter Zeitung” hatte sich beschwert).

Dabei ist der Landesdatenschutzbeauftragte zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Schadenfreude meinerseits? Nein, überhaupt nicht! Stattdessen vollstes Verständnis dafür, wie es sich anfühlt von oben gerügt zu werden.

Hier der Zeitungsbericht der “Stuttgarter Zeitung” - die RNZ schweigt dezent (anklicken zum Vergrößern):

Landesorden Ba-Wü für Lenelis Kruse

Die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg geht am 30.4.2022 im Ordenssaal von Schloss Ludwigsburg an unsere Kollegin Lenelis Kruse! Wie toll!

Zum Hintergrund des “Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg“ (kurz: „Landesorden“) lese ich hier folgendes: “Der sogenannte „Landesorden“ ist die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg. Der Ministerpräsident verleiht ihn für herausragende Verdienste um das Land Baden-Württemberg, insbesondere im sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bereich. Der Landesorden ist etwas ganz Besonderes. Die Verleihung erfolgt einmal jährlich im Rahmen eines Festakts und zwar immer im zeitlichen Zusammenhang mit dem Gründungstag des Landes am 25. April. Alle Gruppen der Bevölkerung und alle Regionen des Landes sollen möglichst gleichmäßig berücksichtigt werden. Die Zahl der Ordensträger ist auf insgesamt 1.000 lebende Personen begrenzt.“

Was ich gelernt habe: als Ordensanwärterin (also in der Zeit vor der Ordensverleihung) spricht man sie als eine “Prätendentin” an - ein Begriff, der mir bis dato nicht geläufig war. Liebe Lenelis: ich hoffe, ich habe Dich immer korrekt angesprochen! Wenn nicht, ist es meiner Unbedarftheit in protokollarischen Angelegenheiten anzulasten.

In seiner Begründung heisst es von Ministerpräsident Kretschmann, er vergebe den Orden an Lenelis Kruse “in Anerkennung ihrer Verdienste um das Land Baden-Württemberg als Pionierin der Umweltpsychologie [siehe meinen Blog-Beitrag aus 2020] und ihres jahrzehntelangen Einsatzes für Umweltschutz und Nachhaltigkeit durch Forschung, Lehre und wissenschaftspolitische Gremienarbeit”. Das trifft es ganz gut, auch wenn ihr neben dem Zentralthema “Umwelt und Nachhaltigkeit” ebenfalls das Thema der Gleichberechtigung von Frauen und Männern immer schon ein Anliegen war: Ihr Aufsatz “Führung ist männlich: Der Geschlechtsrollen-Bias in der psychologischen Forschung. Gruppendynamik, 18(3), 251-267.” stammt aus dem Jahr 1987 (sic!!!) und ist im Jahr 2022 leider immer noch aktuell. Und was sie -zu Recht- aufregt: Wenn sie Post mit der Anschrift “Herr Prof. Dr. Lenelis Kruse” erhält (zuletzt geschehen im Frühjahr 2022, als sie ein nettes Gratulationsschreiben von unserem Rektor zu ihrem Geburtstag erhielt).

Die Zahl der Ehrenämter, die Lenelis Kruse im Laufe ihres Lebens übernommen hat, kann ich nicht benennen - in unseren zahlreichen Gesprächen kommen immer wieder neue Ämter zur Sprache, und Lenelis kennt wirklich viele Leute und hält mit Ihnen auch den persönlichen Kontakt. Aber auch in die Lokalpolitik mischt sie sich ein: Zusammen mit Albertus L. Bujard war sie von 2017-2022 Vorsitzende des Koordinationsbeirats zum “Masterplan Neuenheimer Feld” - ein durchaus schwieriges Amt, wovon ich mich als Mitglied dieses Beirats überzeugen konnte (siehe meinen Blogbeitrag vom Januar 2022).

Zusammen mit anderen klugen Köpfen hat sie schon im Jahr 2004 ein Memorandum “Hochschule neu denken” mitverfasst, das mir beim Lesen (heute, 18 Jahre später) äußerst aktuell erscheint und nichts von seiner Aufbruchstimmung verloren hat. Das zeigt aber auch, dass noch viel zu tun ist, wenn wir an eine “Hochschule von morgen” denken.

Liebe Lenelis: ganz herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle aus! Den Orden hast Du wahrlich verdient!

Lenelis Kruse mit Orden

Lenelis Kruse mit Orden (anklicken)

PS: Neben der gemeinsamen Gremienarbeit habe ich ganz viel von Lenelis Kruse gelernt beim Schreiben eines gemeinsamen Artikels. Von meinem ersten Entwurf des ursprünglich als Funke/Kruse geplanten Artikels blieb nur wenig übrig, angesichts ihrer zahlreichen Kommentare wurde daraus recht schnell ein Kruse/Funke-Artikel, als Preprint hier nachzulesen: Kruse, L., & Funke, J. (im Druck). Umweltpsychologie. In F. Keppler, U. Mager, T. Meier, U. Platt, & F. Reents (Hrsg.), Umwelt interdisziplinär. Grundlagen – Konzepte – Handlungsfelder. Heidelberg University Publishing. https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/31082/

PPS: Hier noch der Link zur offiziellen Verlautbarung von “The Land”: https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/media/mid/verdienstorden-des-landes-an-21-verdiente-persoenlichkeiten-1/

UniHDhilft - Spenden für geflüchtete Studierende und Forscher*innen

Die gewaltige Aggression Russlands gegenüber der Ukraine geht nicht an den Hochschulen vorbei: Auch in Heidelberg sind inzwischen viele Geflüchtete aus der Ukraine angekommen, unter ihnen Studierende, Nachwuchswissenschaftler*innen und Forscher*innen, die an der Universität Heidelberg eine akademische Heimat suchen oder vor kurzem gefunden haben. Der Putin-Krieg hat ihnen und ihren Familien fast alles genommen, geblieben ist die Hoffnung, ihre Studieninteressen, akademische Ziele oder wissenschaftlichen Ambitionen in Heidelberg verwirklichen zu können.

Damit die Teilhabe am akademischen Leben schnell gelingt, soll ein Starthilfe-Programm die finanziellen Hürden aus dem Weg räumen. Initiiert wurde das Projekt von Mitarbeitenden der Universität Heidelberg, getragen wird es vn der Stftung Universität Heidelberg. Es werden Spenden benötigt, um z.B. Lernmaterialien, Sprachkurse, Tutorien, Lernräume oder auch die Übersetzungskosten für ukrainische Zeugnisse und Gutachten zu bezahlen. Zudem sollen die Spenden mehrmonatige Studien- und Forschungsstipendien ermöglichen, welche geeignet sind die Zeit bis zu einer gesicherten, längerfristigen Selbstfinanzierung der Geflüchteten zu überbrücken.

Hier geht es zur Spendenseite:
https://www.betterplace.org/de/projects/107929-unihd-hilft-spende-fuer-gefluechtete-studierende-und-forscher-innen

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

Danke schon jetzt an alle, die unsere Aktion unterstützen!

Masterfeier 2022 am 3.6.2022 in HS2

An die

Master Absolventinnen und Absolventen 2020 und 2021

des Psychologischen Instituts

Einladung zur Masterfeier

Psychologisches Institut

Geschäftsführende Direktorin

Prof. Dr. Sabina Pauen

Kontakt Organisationsteam:

Tel. +49 6221 54-7319

juliane.schuster@psychologie.uni-heidelberg.de

Heidelberg, den 11.04.2022

Sehr geehrte Absolventin, sehr geehrter Absolvent,

zur Masterfeier des Psychologischen Instituts am Freitag, den 03. Juni 2022 möchten wir Sie sehr herzlich einladen.

In unserem Hörsaal II, in dem Sie vermutlich einige Stunden in den vergangenen Jahren verbracht haben, planen wir wieder in einem festlichen Rahmen die diesjährige Masterfeier in Präsenz abzuhalten. Dort wird die feierliche Verleihung der Masterzeugnisse stattfinden. Wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der zu erwartenden Größe der Absolventengruppe planen wir die Masterfeier dabei auf zwei Zeitfenster zu verteilen (17:00-18:30/19:00-20:30). Bitte nutzen Sie zur Anmeldung unser Online-Umfragetool (siehe Link weiter unten), in dem Sie u.a. auch eine Präferenz für einen der beiden Zeitslots angeben können. Zudem bitten wir Sie dort eine Kontakt-Email-Adresse anzugeben, dass wir Sie ggfs. über aktuelle Corona-Maßnahmen des Landes bzw. der Universität im Vorfeld der Veranstaltung informieren können. Wir planen auch ein Online-Streaming, damit Freunde und Verwandte ebenfalls teilhaben können.

Bitte füllen Sie die Umfrage bis zum 02. Mai 2022 aus.

https://ww2.unipark.de/uc/PIAbsolventenfeier/

Über Ihre Zusage und Teilnahme freuen wir uns sehr.

Bis dahin verbleiben wir mit besten Grüßen,

Prof. Dr. Sabina Pauen

(Geschäftsführende Direktorin des Psychologischen Instituts)

Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Funke

(Organisationsteam)

Prof. Dr. Tanja Bipp

(Organisationsteam)

Stuttgarter Erklärung zu klimaneutralen Hochschulen

Regionalgruppen von “Scientists for Future” (S4F) aus Baden-Württemberg (genauer: aus Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Ludwigsburg, Mannheim, Stuttgart, Tübingen, Ulm) haben sich beginnend im April 2021 für die Erreichung klimaneutraler Hochschulen organisiert und seit September 2021 den Entwurf für eine “Stuttgarter Erklärung zu klimaneutralen Hochschulen bis zum Jahr 2030″ ausgearbeitet. Gedacht ist diese Erklärung als Anstoss, um zu einer verbindlichen Vereinbarung des Landes Baden-Württemberg mit seinen Hochschulen zu kommen.

Grundgedanke ist, dass die Hochschulen des Landes mit gutem Beispiel vorangehen sollten und damit zeigen, dass exzellente Forschung und Klimaneutralität zusammengehen und nicht die Treibhausgas-Neutralität auf dem Altar der Forschung geopfert werden muss.

Am 6. Oktober 2021 hat der Landtag in Stuttgart die Novelle des Klimaschutzgesetzes in Baden-Württemberg beschlossen. Das ehrgeizige Ziel des Landes ist es, die Landesverwaltung einschließlich der Hochschulen bis 2030 “netto-treibhausgasneutral” zu organisieren (KSG BW §7). Die Rektorinnen und Rektoren der Hochschulen des Landes tragen laut LHG §16 Abs. 3 Ziff. 17 die Verantwortung für die “strukturelle organisatorische und verfahrensmäßge Verankerung des Klimaschutzes innerhalb der Hochschule als Einrichtung unter Berücksichtigung rechtlicher Klimaschutzvorgaben”.

Unser Vorschlag namens “Stuttgarter Erklärung” (kein Forderungskatalog und keine Kampfansage, sondern ein Impuls und eine Aufforderung, sich des Themas anzunehmen) ist als Diskussionsgrundlage für eine Vereinbarung zwischen den Hochschulen des Landes und dem Wissenschafts- und Finanzministerium konzipiert (ähnlich der Hochschulfinanzierungsvereinbarung). Die Stuttgarter Erklärung kann als Rahmenwerk zur Konkretisierung des Energie- und Klimaschutzkonzeptes des Landes für Hochschulen dienen. Wir haben unseren Entwurf für die Stuttgarter Erklärung mit der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und dem Finanzminister Danyal Bayaz bereits diskutiert (beide haben das wohlwollend aufgenommen), jetzt sind die Hochschulen am Zug.

Worum geht es uns? Unser Vorschlag

  • spezifiziert die Anforderungen an hochschulspezifische Energie- und Klimaschutzkonzepte (Verursacherbilanz bei den Emissionen, Reduktionspfade, Optimierungspotenziale sortiert nach CO2-Vermeidungskosten),
  • sorgt für Transparenz, was die Investitionen und Lebenszykluskosten für klimaneutrale Hochschulen angeht,
  • legt die Grundlagen für ein Monitoring, so dass die Fortschritte der Hochschulen untereinander vergleichbar sind,
  • beschreibt zentrale Instrumente und Maßnahmen, mit denen der klimaneutrale Betrieb angestrebt wird (u.a. CO2-Schattenpreis),
  • gibt der Emissionsvermeidung Vorrang vor der Emissionsreduktion. CO2-Kompensation hat unter den Maßnahmen die niedrigste Priorität,
  • regelt den Mechanismus, wenn Ziele verfehlt werden,
  • beschreibt die Governance des Gesamtprozesses und
  • gibt Empfehlungen zum Zeitplan und zu ersten Maßnahmen.

Mal sehen, was unser Impuls bewirkt!

PS: Hier ist der Entwurf der “Stuttgarter Erklärung” (Langfassung, 17 Seiten und Kurzfassung, 1 Seite)

Siehe auch: Rüge wegen Dienst-Email im Kontext der „Stuttgarter Erklärung“

PiA = Psychotherapeuten in Ausbeutung?

Bislang ist es ein langer Weg zum Psychotherapeuten:Nach einem 5jährigen Psychologiestudium folgt eine mehrjährige Weiterbildung, dazu gehört u.a. ein Praxisteil von 1800 Arbeitsstunden in einer psychiatrischen Klinik. In dieser Zeit ist man “Psychotherapeut in Ausbildung” (PiA) und bekommt im Normalfall eine Aufwandsentschädigung zwischern 1000 und 1500 Euro, daneben muss die Weiterrbildung bezahlt werden. Oft machen PiAs schon vollwertige Arbeit mit Patienten, die von den Kassen bezahlt wird. Assistenzärzte machen als “Arzt im Praktikum” (AiP) ähnliche Arbeit, erhalten aber das Vierfache an Lohn. Dagegen regt sich Widerstand am Uniklinikum, über den die RNZ vom 8.4.2022 wie folgt berichtet (anklicken zum Vergrößern):

Die Protestierenden haben meine volle Unterstützung!

Sabina Pauen neue GD des PI

Am Psychologischen Institut wechselt zum 1.4.2022 das Amt der Geschäftsführenden Direktorin. Wie in Demokratien üblich, sind Wahlämter immer „Macht auf Zeit“ (ein Hinweis, den zu geben eigentlich müßig wäre, gäbe es nicht immer wieder Personen, die dieses Prinzip aushöhlen) - das Amt der GD („primus inter pares“ unter den Professorinnen und Professoren des PI) wird auf 2 Jahre vergeben. Ausscheiden tut nun Birgit Spinath, der wir alle herzlich für die ablaufende 2jährige engagierte Amtsführung danken; übernehmen wird den Staffelstab Sabina Pauen!

Der Umbruch des Studiengangs Psychologie in Richtung auf Psychotherapie-Grundausbildung ist formell vollzogen (siehe meinen Blogbeitrag vom März 2021), personell stehen noch die dafür notwendigen ergänzenden Berufungen aus, die erfahrungsgemäß viel Kapazität der Geschäftsführung binden. Auch die räumliche Unterbringung des zusätzlichen Personals ist sicherzustellen - alles nicht einfach!

Liebe Sabina: Ich wünsche Dir alles Gute in diesem wichtigen.Amt - und eine glückliche Hand bei anstehenden Entscheidungen sowie eine gelassene Haltung, wenn stressreiche Situationen anstehen!

Cornelia Betsch erhält Deutschen Psychologie Preis 2021

Mit großer Freude habe ich von der Verleihung des Deutschen Psychologie Preises 2021 vernommen: Der gemeinsam von den Fachgesellschaften BPtK, BDP, DGPs und dem Leibniz-Institut für Psychologie verliehene Preis geht dieses Jahr an unsere Alumna Prof. Dr. Cornelia Betsch. Die ursprünglich für den 25.11.21 vorgesehene Verleihung wurde pandemiebedingt verschoben. Nun sollte der Preis in einer Festveranstaltung am 1.4.2022 in Berlin übergeben werden. Leider war die Preisträgerin erkrankt - an Corona…. Daher wurde entschieden, die Festvorträge online abzuhalten und die Übergabe des Preises (dann in Präsenz) nochmals zu verschieben. Die Preisträgerin nahm (fast genesen) natürlich online teil.

Nach der Begrüßung der ca. 90 Teilnehmenden durch Dr. Gabriel Schui, Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Psychologie (ZPID; die organisierende Trägerorganisation) gab es ein Grußwort von der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Prof. Dr. med. Alena Buyx, Technische Universität München, und einen motivierenden Impulsvortrag „Nur ein kleiner Pieks? Die praktischen Tücken und Chancen in der Impfkommunikation“ von Dr. Eckard von Hirschhausen. Drei spannende und sehr informative Festvorträge (1: Psychosoziale Auswirkungen der COVID-19-Pandemie – was ist evidenzbasiert? Prof. Dr. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz; 2: Von der Forschung in die Praxis und zurück: Auf der Suche nach effektiven Verhaltensinterventionen während der COVID-19 Pandemie. Prof. Dr. Robert Böhm, Social and Economic Psychology Group, Faculty of Psychology, Universität Wien; 3: Wissenschaftsleugnung als kommunikationspsychologische Herausforderung. Prof. Dr. Tobias Rothmund, Institut für Kommunikationswissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena) rundeten das knapp dreistündige Festprogramm ab.

Im Begleitschreiben der Einladung heisst es: “Seit Beginn der Corona-Pandemie fragt Frau Prof. Betsch regelmäßig die Bevölkerung über deren Wissen zum Virus, deren Risikowahrnehmung, Schutzverhalten und Vertrauen in politische Entscheidungen. Die Ergebnisse des sogenannten “Covid-19 Snapshot Monitoring” – kurz COSMO – haben für breites öffentliches Interesse gesorgt.
Frau Prof. Betsch war und ist als Psychologin und Professorin für Gesundheitskommunikation eine gefragte Expertin. Damit hat sie der Psychologie große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zuteilwerden lassen. Und bereits vor der Corona-Pandemie hat Cornelia Betsch sich einen Namen gemacht, vor allem durch ihre Forschung zum Thema Impfen.”

Für die seit Herbst 2021 regierende Ampel-Koalition sitzt Cornelia Betsch im Corona-ExpertInnenrat des Bundeskanzleramts und berät die Bundesregierung auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur COVID-19 Pandemie.

Liebe Cornelia: auch von hier aus nochmal die allerbesten Glückwünsche zu diesem Preis! Toll! Wir hier in Heidelberg freuen uns mit Dir! Danke, dass Du sowohl einen wichtigen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung leistest als auch das heikle Thema Impfen so sachlich angehst! Du bist für mich ein lebendiger Beweis für die alte Forderung “give psychology away”!

Nachtrag 8.4.2022: Heute lese ich, dass CB im Bereich “Angewandte Forschung” auch einen der “Thüringer Forschungspreise 2022” erhalten hat für ihr Projekt „Infektionsschutzverhalten verstehen und verändern“ - auch dazu unseren Glückwunsch, liebe Cornelia!