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“Endstation Heidelberg”

Wieder einmal hat die mir bestens bekannte Krimi-Autorin Marlene Bach zugeschlagen: mit “Endstation Heidelberg” liegt ihr nunmehr sechster Roman auf dem Tisch! Diesmal taucht Maria Mooser, Hauptakteurin der 5 früheren Bände, nur in einer Nebenrolle auf. Ich zitiere aus der Verlagsankündigung des Emons-Verlags:

An einem rabenschwarzen Tag verliert Mila Böckle nicht nur ihren Job, sondern ihren Freund gleich mit dazu. In Heidelberg soll sie für eine Weile die Pension einer Bekannten übernehmen – und sich wieder neu verlieben. Doch dann fällt ihr am Bahnhof eine tote Frau vor die Füße. Wie es der Teufel will, gelangt deren Handtasche in Milas Besitz. Und schon steckt Mila mitten in der mörderischen Jagd nach dem Geheimnis der Toten.

Marlene Bach präsentiert mit »Endstation Heidelberg« einen Krimi, der sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt: den Schattenseiten der Pharmaindustrie. Dabei gelingt es der Autorin, die Leser auf humorvolle Weise und mit großer Leichtigkeit rasch in das Geschehen hineinzuziehen, um sie letztlich mit allgemein menschlichen Themen wie Verführbarkeit, Schuld und Sühne zu konfrontieren.

Ihre sympathische, junge Protagonistin, die unfreiwillig in die Ermittlungen stolpert, ist neu in Heidelberg und gibt dem Leser so die Möglichkeit, den Charme der badischen Stadt gemeinsam mit ihr zu erkunden. Dies geschieht in atmosphärisch dichter Weise und zeigt die Liebe der Autorin zu ihrer Wahlheimat. Raffiniert werden feine Handlungsfäden gesponnen, die am Ende geschickt zusammengeführt werden und den Leser so bis zum Schluss fesseln und miträtseln lassen. Ein Regionalkrimi mit viel hintersinnigem Humor, der unterhaltsame Lesestunden verspricht.”

Wieder einmal durfte ich den Schaffensprozeß begleiten und hatte so schon immer wieder das Vergnügen, einzelne Passagen vorab zu hören und zu lesen. Lachen war unvermeidlich (wie es sich für einen unterhaltsamen Roman gehört). Und natürlich war ich wieder als Korrekturleser aktiv, meine Schwester war als Lektorin tätig.

Die Premierenlesung findet übrigens am 16. September 2016 um 20 Uhr auf dem 1. Handschuhsheimer Krimifestival statt, veranstaltet von der Bücherstube Tiefburg im Rahmen des Literaturherbsts 2016 - ich werde da sein! “City of Literature“: ich komme!

Rezension in der Lokalzeitung RNZ: rnz-20168820-rezension-endstation

Über Handlungsoptionen

Ein Grundproblem moderner Entscheidungsforschung ist die Vernachlässigung desjenigen Prozesses, der die Entscheidungsoptionen hervorbringt. In den meisten Experimenten werden Testpersonen vor vorgefertigte Entscheidungsalternativen gesetzt, die sich Experimentatoren ausgedacht haben. Woher kommen aber im realen Leben die Handlungsoptionen? Diesen (schöpferischen) Prozeß setzen Entscheidungsmodelle einfach voraus - dabei ist das gar nicht so selbstverständlich, wie man an den Störungsbildern der Hyperaktivität (Über-Generation von Handlungsalternativen) und dessen Gegenspieler, der Willensschwäche (Abulie; Unter-Generation), leicht erkennt.

Mit dem Prozeß der “option generation” haben wir uns gerade in einer neuen Arbeit auseinandergesetzt (Schweizer et al, 2016). Unter dem Titel “Cognitive and affective aspects of creative option generation in every day life situations” sind wir dem Prozeß der Optionsgenerierung nachgegangen. Die Ergebnisse stammen aus einem Projekt der VW-Stiftung, aus dem wir 3 Jahre lang die Gastprofessur von Sophie Schweizer finanzieren konnten. Nun ist diese Arbeit abgeschlossen. Hier die (englische) Zusammenfassung unseres Beitrags:

  • Which factors influence a human being’s ability to develop new perspectives and be creative? This ability is pivotal for any context in which new cognitions are required, such as innovative endeavors in science and art, or psychotherapeutic settings. In this article we seek to bring together two research programs investigating the generation of creative options: On the one hand, research on option generation in the decision-making literature and, on the other hand, cognitive and clinical creativity research. Previous decision-making research has largely neglected the topic of generating creative options. Experiments typically provided participants with a clear set of options to choose from, but everyday life situations are less structured and allow countless ways to react. Before choosing an option, agents have to self-generate a set of options to choose from. Such option generation processes have only recently moved to the center of attention.
  • The present study examines the creative quality of self-generated options in daily life situations. A student sample (N = 48) generated options for action in 70 shortly described everyday life scenarios. We rated the quality of the options on three dimensions of creativity- originality, feasibility, and divergence - and linked these qualities to option generation fluency (speed and number of generated options), situational features like the familiarity and the affective valence of the situation in which the options were generated, and trait measures of cognitive performance. We found that when situations were familiar to the participant, greater negative affective valence of the situation was associated with more originality and divergence of generated options. We also found that a higher option generation fluency was associated with a greater maximal originality of options. We complete our article with a joint research agenda for researchers in the decision-making field focusing on option generation and on the other hand researchers working on the cognitive and clinical aspects of creativity.

Die Zusammenführung von Entscheidungsforschung und klinischer Forschung hat sich in unseren Augen bewährt. Handlungsmodelle können sich zukünftig auf diese Überlegungen beziehen. Da es sich bei dem von uns gewählten Publikationsorgan um ein “Open access“-Journal (”Goldener Weg”) handelt, kann jede Person ab sofort einen Blick in die Arbeit werfen und muss kein Abonnement des Journals besitzen - einfach auf die “doi” (was ist das?) am Ende der Referenz klicken:

Quelle: Schweizer, T.S., Schmalenberger, K.M., Eisenlohr-Moul, T.A., Mojzisch, A., Kaiser, S. & Funke, J. (2016). Cognitive and affective aspects of creative option generation in everyday life situations. Frontiers in Psychology, 7 (1132). doi: 10.3389/fpsyg.2016.01132

Kommt die Hogrefe-Universität?

Wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist (Danke an meine Informanten!), hat der für die Psychologie wichtige Fachverlag Hogrefe aus Göttingen eine strategische Partnerschaft mit der Privaten Hochschule Göttingen gestartet. Das ist natürlich eine interessante Entwicklung, die wir beobachten müssen.

Der privatwirtschaftlich betriebene Studiengang kostet Studiengebühren (700,- Euro monatlich, dazu kommen einmalig 420,- Euro Immatrikulationsgebühr und 1.000,- Euro Prüfungsgebühren pro Studiengang). Die neuen Studienangebote im Überblick:

  • Psychologie, Bachelor of Science, 8 Semester, 180 ECTS; Zugangsvoraussetzung: Hochschulzugangsberechtigung;
  • Psychologie, Master of Science, 6 Semester, 120 ECTS; Zugangsvoraussetzung: Bachelor-Abschluss (180  ECTS) in einem psychologischen Studienfach;
  • Wirtschaftspsychologie, Bachelor of Arts, 8 Semester, 180 ECTS; Zugangsvoraussetzung: Hochschulzugangsberechtigung;
  • Wirtschaftspsychologie, Master of Arts, 6. Semester, 120 ECTS; Zugangsvoraussetzung: Bachelor-Abschluss (180 ECTS) einer fachlich eng verwandten Studienrichtung
  • Angewandte Wirtschaftspsychologie, Master of Arts, 3 Semester, 60 ECTS; Zugangsvoraussetzung: erster Studienabschluss eines nicht-psychologischen Studienfachs

Alle Studiengänge befinden sich gegenwärtig im Akkreditierungsverfahren bei der ZEvA (Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur, Hannover); zwischenzeitlich scheint die Akkreditierung erfolgt zu sein: siehe den interessanten Bericht über das Verfahren hier. Die Studiengänge in Psychologie bzw. Wirtschaftspsychologie werden als Campusstudium und als Fernstudium angeboten. Für die Fernstudierenden werden an verschiedenen Orten sog. Fernstudienzentren angeboten, darunter auch in Heidelberg.

Natürlich sieht die privatwirtschaftlich betriebene Hochschule den lukrativen Markt vor sich: viele Studieninteressierte treffen auf NC-verschlossene Türen (in Heidelberg kommen jährlich >6000 Bewerbungen auf die 90 BSc-Plätze, bei den meisten anderen Unis ist es ähnlich) und suchen nach Alternativen. Schweiz, Niederlande, Luxemburg und Österreich sind potentielle Ausweichorte im Ausland. Die privaten Hochschulen im Inland sind da ebenfalls potentielle Adressen.

Für uns in Heidelberg bedeutet es: wir müssen unser Auswahlverfahren für den Masterstudiengang umstellen! War bislang überwiegend eine gute BSc-Note für die Zulassung entscheidend, muss es zukünftig vermehrt um Psychologie-nahe Kompetenzen gehen. Ein entsprechender Kompetenz-Test wird zeigen müssen, was Bewerberinnen und Bewerber inhaltlich und methodisch können. Wir merken schon länger an den Master-Bewerbungen die steigende Zahl privatwirtschaftlicher BSc-Abschlüsse.

Übrigens hat auch die in Heidelberg ansässige SRH ihren Spielraum vergrößert: Sie hat sich mit einer Investition von 18 Mio Euro eine (kleine) Universität gekauft (siehe hier), die wohl infolge der Machenschaften ihres früheren Präsidenten (Verdacht auf Untreue) Schiffbruch erlitten hat: die European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel bei Wiesbaden (ich musste erst mal auf die Landkarte schauen…). Für den Neuanfang hat die SRH laut einem Bericht im Handelsblatt vom 29.7.16 auch die Psychologie auf dem Schirm: “Der neue Eigentümer kann sich durchaus vorstellen, dass die Uni einmal nicht mehr nur zwei, sondern drei Fakultäten hat. ‘Da sind wir in allerersten Gesprächen’, ordnet Jörg Winterberg ein. Er ist Chef der SRH Higher Education, in der die rechtlich eigenständigen Hochschulen der Gruppe gebündelt sind. Die SRH mache viel in den Bereichen Gesundheit und Psychologie, das Interesse, in diesen Feldern etwas anzugehen, sei da.”

Dass die privaten Studiengänge und deren Abschlüsse auch vor Gericht landen können, zeigt eine Meldung mit dem erstaunlichen Titel “Psychologe muss Psychologie studiert haben” - dass dies überhaupt in Frage gestellt wird, überrascht mich doch ein wenig. Aber die privaten Anbieter lassen nichts auf ihre Ausbildung kommen: Die Campus Akademie GmbH hat dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) per Gerichtsbeschluss untersagen lassen, wettbewerbswidrige Darstellungen über sie zu verbreiten - also Vorsicht! Der BDP hatte ja schon vor einiger Zeit seine eigene Psychologische Hochschule Berlin gegründet - damit hat man beim BDP die Unschuld verloren und die Türe zu Konkurrentenklagen geöffnet.

Und schließlich noch der Hinweis: Auch ein Doktorat kann privatwirtschaftlich organisiert werden: die University of Nicosia (siehe meinen frühren Blog-Beitrag vom Mai 2015) mit ihrer Außenstelle in Wien bietet da interessante Möglichkeiten

Die akademische Welt: Früher hatte sie ihre eigenen Spielregeln (zugegeben nicht immer vorbildlich; “Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren”), doch inzwischen wird Bildung immer mehr zu einem (sehr lukrativen) Geschäft, bei dem traditionelle Hochschulen nur zusehen und staunen können. Die Kommerzialisierung der Forschung geht mit einer Kommerzialisierung der Lehre einher. Dass dabei auch Gerichte bemüht werden müssen, zeigt den Ernst der Lage. Wie gut die Ausbildung wirklich ist, kann man nicht genau sagen - bei der PFH Göttingen ist der Lehrkörper nicht sofort zu erkennen (siehe aber hier). Die Einheit von Lehre und Forschung wird wohl bis auf einzelne Ausnahmen nicht mehr gegeben sein. Reine Lehranstalten stehen damit Lehr- und Forschungseinrichtungen gegenüber, ein Kulturunterschied, den wir schon aus der Debatte um Fachhochschulen und Universitäten kennen und der sich ja auch in der höheren Lehrverpflichtung von FH-Professoren äußert (in der Regel doppelt so hohe Lehrdeputate). Immerhin werden neue Stellen geschafffen (siehe hier und hier).

In den USA haben sich interessanterweise die privaten Hochschulen infolge großzügiger Stifter zu Orten der Spitzenforschung entwickelt (”Ivy League“) und sind vielfach staatlichen Hochschulen überlegen. In Europa ist das nicht zu erkennen. Die hiesigen Investoren sind auch nicht die typischen selbstlosen Mäzene, sondern in den meisten Fällen Geldanleger mit Gewinnabsicht.

Die Hogrefe-Partnerschaft ist  nur ein kleines Detail in einem großen Spiel, bei dem mit Bildung als Ware gehandelt wird. Ich bin sehr froh, dass in der “Grundordnung der Universität Heidelberg” (hier zum Download) nicht nur die Wappenfarbe festgelegt wird, sondern viel wichtiger in der Präambel gesprochen wird von der “Verpflichtung [der Uni Heidelberg, J.F.], der Wahrheit, der Freiheit und der Menschlichkeit zu dienen”.  Das sind doch - zusammen mit unseren beiden Wahlsprüchen “semper apertus” und “Dem lebendigen Geist” - klare Worte und klare Werte im Zeitalter von Mammon!

Neues von Jens Förster (Teil 6)

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach über den Sozialpsychologen Jens Förster berichtet (siehe hier), dessen stark beachtete Arbeiten unter Manipulationsverdacht gerieten. Jetzt ist unter dem Datum 21.7.16 ein aktueller Beitrag im ScienceMag (dem Online-Dienst der renommierten Zeitschrift “Science”) erschienen, der den Fall noch einmal zusammenfassend berichtet und zugleich Neuigkeiten über die Bochumer Situation enthält. Der Titel heisst “No tenure for German social psychologist accused of data manipulation” und kann hier nachgelesen werden.

PS: Wie Jens Förster sein Leben entrümpelt hat und sich auf die wichtigen “Seins-Ziele” konzentriert (”Leben wie die Mönche”), kann man in “BR Nightline” (Sendung vom 21.3.16) ansehen (hier der Link zur Mediathek). Ich musste ein paar mal schmunzeln (ich sage jetzt nicht worüber).

Skandalöser Umgang der Türkei mit Wissenschaftlern

Unglaublich, was da gerade in der Türkei passiert - und es betrifft auch die Wissenschaft! Am Dienstag hatte die Verwaltung etwa 50.000 Soldaten, Polizisten, Richter und Lehrer festgenommen oder suspendiert, an den Hochschulen wurde die Demission von 1577 Dekanen an allen Universitäten des Landes angeordnet, jetzt ist etwas passiert, was mich regelrecht schockiert hat: in der Türkei befindliche Wissenschaftler dürfen nicht mehr ausreisen, im Ausland arbeitende türkische Wissenschaftler werden in ihr Heimatland zurückbeordert! Wie unser Rektor Eitel auf einem Treffen anläßlich des 30jährigen Bestehens des Iinternationalen Wissenschaftsforiums Heidelberg (IWH) erklärte, sind von diesem türkischen Erlaß an unserer Universität 18 türkische Festangestellte und 4 Gastwissenschaftler betroffen.

“Semper apertus” (immer offen) heißt der Wahlspruch unserer Universität. Das Motto ist wichtiger denn je, wenn man sieht, wie Freiheit und Toleranz heruntergefahren und Menschen unter Druck gesetzt werden. Das ist für Wissenschaft und Bildung tödlich und kann nicht hingenommen werden! Unsere Solidarität gilt den Kolleginnen und Kollegen im Wissenschafts- und Bildungsbereich, aber auch dem verfolgten Teil der Bevölkerung. Demokratie ist anders: Die Toleranz gegenüber Andersdenken und Andersglaubenden ist zentraler Bestandteil davon! Wissenschaft ist gegen Dogmatismus und für Offenheit und Freiheit! Wie schade, dass dies in der Türkei nicht mehr gilt!

Quellen:

Bericht in Nature: http://www.nature.com/news/turkey-purges-universities-after-failed-coup-1.20283

The Telegraph: http://www.telegraph.co.uk/news/2016/07/20/turkey-bans-academics-from-leaving-country-in-unprecedented-crac/

Deutsche Welle: http://www.dw.com/de/dienstreiseverbot-f%C3%BCr-t%C3%BCrkische-wissenschaftler/a-19414056?maca=de-PMG-%201985-xml-pmg

UniSPIEGEL: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/lehrer-und-wissenschaftler-in-der-tuerkei-entlassungen-und-a-1103942.html

ZEIT Online: http://www.zeit.de/politik/2016-07/tuerkei-recep-tayyip-erdogan-akademiker-ausland-protest

Protest der Hochschulrektoren: https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesident-protestiert-gegen-umgang-mit-hochschulangehoerigen-in-der-tuerkei-3999/

Stellungnahme der Humboldt-Stiftung: https://www.humboldt-foundation.de/web/Pressemitteilung-2016-13.html

Tag der Freunde und Sommerball 2016

Einmal im Jahr findet der “Tag der Freunde” statt: ein Tag, an dem sich die Ehemaligen und Freunde der Universität wieder im Tempel des Wissens treffen, um sich auszutauschen, Neues zu lernen und Freude zu haben. Dieses Jahr wurde das 20jährige Bestehen von “Heidelberg Alumni International” zum Anlass genommen, etwas größer als üblich zu feiern. Die Liste der Veranstaltungen ist gross gewesen, ich kann nur über einige Ereignisse berichten, an denen ich beteiligt war.

Festvortrag Prof. Gade über Chiralität

Festvortrag Prof. Gade über Chiralität (zum Vergrößern anklicken)

Am Fr 15.7.16 fand zunächst die Mitgliederversammlung (MV) der “Gesellschaft der Freunde Universität Heidelberg e.V.” (kurz: GdF)  statt, deren Vorsitzender ich bin. Der GdF gehören 1346 zahlende Mitglieder an, etwa 60 davon kamen zur MV und hörten sich den Bericht des Vorstands an. Wir haben im Berichtsjahr 2015 etwa 100.000 Euro in Projekte zur Förderung von Studierenden, Forschenden und Lehrenden der Uni gesteckt, worauf wir sehr stolz sind. Ich habe nochmals betont: Wir sind kein Verein, bei dem es um Gegenleistungen geht wie beim ADAC, wo man für seinen Mitgliedsbeitrag etwa einen Abschleppservice erwartet - unsere Mitglieder sind dabei, weil sie fördern und unterstützen wollen! Deswegen ist auch die Frage, was man für den Mitgliedsbeitrag bekommt, falsch gestellt. Was wir mit dem Beitrag machen, läßt sich auf den Begriff des “Gutes tun” reduzieren. Dafür helfen auch zahlreiche Mittel aus der Stiftung Universität Heidelberg, die wir gemeinsam führen und deren Vermögen wir zu mehren versuchen.

Im Anschluß an die MV fand der Festvortrag von Prof. Dr. Lutz Gade, Professor für Anorganische Chemie an der Uni Heidelberg, statt. Unter dem Titel “”Links und rechts: die Händigkeit der Welt und ihre Konsequenzen” sprach er sehr anschaulich über Symmetrie-Prinzipien in der Natur (Fachterminus: Chiralität). Eindrucksvoll: der “Schneckenkönig” (=das sehr seltene linksgewundene Schneckenhaus) und der Elefantenkuss (eine rechtsdrehende Verschränkung zweier Rüssel). Und ein trauriges Beispiel: Thalidomid (bekannter unter dem Namen “Contergan”), dessen rechtsdrehende Form nützlich zur Behandlung von Lepra ist, aber dessen linksdrehende Variante zu Fehlbildungen führt (hier ein einschlägiger Hintergrund-Bericht). Zwei wichtige Begriffe (Razemat als 1:1-Mischung zweier Molekülsorten, die wie Bild und Spiegelbild aussehen, und Enantiomer als das entsprechende Einzelmolekül, das entweder in der einen oder anderen Form vorliegt) habe ich gelernt. Anschaulich gemacht hat Lutz Gade diese Eigenschaft am Beispiel des Geruchsstoffs Limonen, den es in rechtsdrehender und linksdrehender Ausführung gibt. Obwohl physikalisch identisch, riecht er einmal nach Zitronen, die andere Variante nach Terpentin. Die Zuhörer konnten es im Hörsaal 14 ausprobieren!

Abendessen der GdF-Mitglieder im Haus Buhl

Abendessen der GdF-Mitglieder im Haus Buhl (zum Vergrößern anklicken)

Im Anschluss an den Festvortrag ging es weiter zum gemeinsamen Abendessen im Haus Buhl. Da das Wetter mitspielte, konnten wir im herrlichen Garten von Haus Buhl direkt unterhalb des Schlosses sitzen. Das “Trio Variety” (Allen Blairman am Schlagzeug, Olaf Schönborn am Saxophon, Götz Ommert am Kontrabass) spielte dazu gepflegten Jazz. Es gabe leckeres Essen, guten Wein und viel Gespräche. Auch von den über 50 neuen Mitgliedern unseres Vereins waren einige da, neben viel Universitätsprominenz.

Institutsführung

Alumni Psychologici: Institutsführung (zum Vergrößern anklicken)

Am Samstag morgen ging es dann im Institut weiter: die Sektion der “Alumni Psychologici” hatte eingeladen zu “Funkes Triathlon”, bestehend aus Vortrag, Institutsführung und Sprudelempfang im Innenhof. Etwa 20 Personen - illustre Gäste aus Deutschland (darunter ein ehemaliger DGPs-Präsident), Italien, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz - folgten der Einladung und wurden Zeuge einer ungewöhnlichen Führung, die nicht nur in das Theatrum Anatomicum führte, sondern auch die anstehenden Kellerausbauten zeigte.

Sommerball des Rektors

Sommerball des Rektors (zum Vergrößern anklicken)

Samstag abend ging es mit dem Sommerball des Rektors im Innenhof der Neuen Universität weiter. Alle 5 Jahre, jeweils zum 5- bzw. 10jährigen Geburtstag der Uni, gibt es Ball, sonst in den Jahren dazwischen eine etwas weniger aufwändigere Party. Eine wunderbares Ambiente: weißgedeckte Tische und Stühlen in weißen Hussen, dazu farbige Beleuchtung des gesamten Ensembles rund um den Innenhof, im Hexenturm eine Kapelle, die in angenehmer Lautstärke wunderbare Charleston-Musik spielte (das Motto des Balls waren die 20er Jahre), ein herrliches Buffett vom Studierendenwerk (das Beste, was ich seit langem gesehen habe!) und vor allem: viele nette Gäste. Auch unsere Wissenschaftsministerin war anwesend und tanzte mit dem Rektor auf der Tanzfläche. Etwa 500 Gäste waren anwesend (darunter auch zahlreiche Studierende), die nicht ganz billigen Karten waren schnell ausverkauft - der Rektor erwähnte in seiner Eröffnungsansprache, dass noch weitere Nachfragen von über 1000 Interessierten enttäuscht werden mussten. Ein schöner Abend in mildem Klima!

siehe auch frühere Beiträge zum “Tag der Freunde”:

Uni-Wahlen 2016

Jedes Jahr gehen Studierende zur Wahl, um ihre Vertreterinnen und Vertreter in den Universitätsgremien zu wählen. Nicht nur als Sprecher des Akademischen Senats interessiere ich mich dafür, mit welchen Studierenden wir es in der kommenden Wahlperiode zu tun haben, sondern es ist für mich auch interessant, wie das Demokratieverständnis in der jungen Generation ausfällt. Nun liegen die Ergebnisse der Gremienwahlen 2016 vor. Hier zunächst ein paar Ausgangsdaten: Zahl der Wahlberechtigten: 26287; Zahl der Wähler: 4163; Zahl der ungültigen Stimmzettel: 357; Wahlbeteiligung: 15.8 % (zum Vergleich 2015: 13.2 %; 2014: 7.0 %). Also erfreulich, dass die Wahlbeteiligung steigt! Um die 4 Sitze im Akademischen Senat haben sich dieses Jahr 5 Gruppen beworben und dabei folgende Ergebnisse erzielt:

  • GHG - Grüne Hochschulgruppe: 4496 Stimmen, 2 Sitze (Anja Popp, Juristische Fakultät; Moritz Nöltner-Augustin, Fakultät für Physik und Astronomie)
  • Juso Hochschulgruppe: 3660 Stimmen, 1 Sitz (Paula Bröcker, Juristische Fakultät)
  • Liberale Hochschulgruppe (LHG): 2623 Stimmen, 1 Sitz (Anna Marie Maier, Medizinische Fakultät Heidelberg)
  • Unabhängige Medizinstudierende: 1923 Stimmen, 0 Sitze
  • RCDS: 1767 Stimmen, 0 Sitze

Gratulation zur Wahl! Dass der grün-schwarze Trend der Landesregierung auf die Ebene der Universität nicht durchschlägt und die GHG der Wahlsieger ist, überrascht wohl kaum - mal sehen, ob das den Weg zu einer “grünen” Universität vorzeichnet.

Neben dem Senat wurden auf der Ebene der Fakultäten auch die dortigen Fakultätsräte gewählt.  Die 8 Mitglieder für den Fakultätsrat unserer Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften auf der Liste “VerKult” sind: Freier, Henrike; Gebhardt, Isabel; Hische, Amelie; Kunoff, Larissa; Sadus, Kathrin; Schepp, Sophie; Streib, Carmen Rebecca; Yadegar Yousefi, Sohil. Auch hier: Gratulation zur Wahl!

Leider sieht es mit der Wahlbeteiligung nicht mehr ganz so rosig aus: Zahl der Wahlberechtigten: 1950; Zahl der Wähler: 101; Zahl der ungültigen Stimmzettel: 4; Wahlbeteiligung: 5.1 % (zum Vergleich 2015: 5.4 %; 2014: 1.6 %). Es ist aus meiner Sicht nach wie vor enttäuschend, wie wenig sich die Studierenden unserer Fakultät für Hochschulpolitik interessieren. Dabei stehen mit der Reform des Psychologiestudiums wirklich wichtige Weichenänderungen vor der Tür. Wie so oft, sind verschiedene Interessengruppen beteiligt, denen es nicht allen um das Wohl der Studierenden geht. Vielleicht ein Grund, sich einzumischen?

Apropos Wahlen: Der Senat hat gestern die vier Prorektoren der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Beatrix Busse (Studium und Lehre), Prof. Dr. A. Stephen K. Hashmi (Forschung und Struktur), Prof. Dr. Dieter W. Heermann (internationale Angelegenheiten) und Prof. Dr. Óscar Loureda (Qualitätsmanagement),  für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Für die Fortsetzung ihrer Arbeit in der Hochschulleitung haben sich die Senatsmitglieder mit großer Mehrheit ausgesprochen. Die jeweils dreijährigen Amtszeiten beginnen am 1. Oktober dieses Jahres.

Inaugural lecture of Allan Wigfield

On Thursday, June 9, 2016, our new Honorary Professor Dr. Allan Wigfield from the University of Maryland gave his inaugural lecture (”Antrittsvorlesung“) at one of the most impressive places of our university: the Great Hall (”Alte Aula”), a very special place for academic ceremonies like this one. Allan Wigfield was invited in the name of our faculty by our colleague and current dean Birgit Spinath (educational psychology). Allan is a specialist for achievement motivation and its development.This picture shows him together with our Dean Dr. Birgit Spinath, both wearing a gown in the color of our faculty.

Our Dean introduced Allan with the following words that described some of his activities and also a little bit of his personality:

  • “The work of Allan Wigfield and his colleagues has given us important insights into the development of children starting with school entry until adolescence and beyond. Thanks to Allan, we know that early ability beliefs and task values are crucial for choices and behavior later in life, e.g., prevalent gender differences in choice of career domains and actual achievement cannot be understood when one looks only at the stages in which these choices take place. To change gender differences in achievement-related behavior, these differences have to be addressed as early as elementary school or earlier.
  • A second field of research for Allan is reading improvement; together with John Guthrie, Allan has developed CORI, which stands for Concept-Oriented Reading Instruction; in this training approach, the insights of motivation research are used to improve students’ reading ability; many empirical studies have shown that this approach is effective, so that it is widely used today.
  • Some personal remarks on Allan Wigfield: I have met Allan in person for the first time in 2003 at a conference in Bielefeld (rumors that Bielefeld does not exist are exaggerated). I was immediately impressed by his strong dedication to his research topics and his modesty in spite of his accomplishments. In 2007, I met him again in Chicago at a conference with 13.000 participants. Sitting next to him in a large symposium, I could not but asked: What does it feel like that your name is on almost every slide that is presented? He reacted in his now to me very familiar way in smiling and then asking me what I thought about the work being presented.
  • Allan also has a great sense of humor. Just recently he had organized a symposium that challenged a new construct introduced by Angela Duckworth, the “grit” concept. Again, the symposium was a great success with 900 participants and journalists attending it. One of the journalists wrote an article about the symposium in favor of grit and Angela Duckworth. In this article Allan and others were called “nerdy gritty quantitative researchers”. Because he liked that so much, Allan had made buttons saying “nerdy gritty quantitative researcher”. Allan, I know a lot of people who would love to wear these buttons, including myself!”

After this introduction, the inaugural lecture took place. The title of his presentation was “Expectancies, Values, Performance, and Choice: Research Findings and Personal Reflections”.

In his talk, Allan first adapted a statement from another famous American guy by saying in perfect German language “Isch binn ain Haidelburger” before he looked back on his work (developments in the expectancy value model), presented ongoing work on reading motivation, CORI) and gave an outlook on future plans. We learned his critical position concerning grit, the now famous concept due to Angela Duckworth’s bestselling book about it.

After the ceremony, our faculty gave a public reception at the “Bel Etage”. We were glad to see not only members of our faculty, but also colleagues from Mannheim University, Marburg University, and Dortmund University who wanted to celebrate the new Honorary Professor. Later, a more intimate dinner party was arranged in a nearby restaurant.

Bel Etage

We are happy to have Allan now as a formal member within our faculty (see our list of faculty members) and to have his expertise and advice not only for members of our department but also for our students. Welcome, Allan! Hope to see you often at our department! And we will think about our own mascot - now that we have learned that the U Maryland mascot is Testudo the Terrapin, we have to discuss our options…

see also: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2015/06/17/new-honorary-professors/

Poetikdozentur 2016: Felicitas Hoppe

Wieder einmal gibt es Anlass zur Freude: Als diesjährige Poetikdozentin ist die zeitgenössische Schriftstellerin Felicitas Hoppe in Heidelberg und hat am vergangenen Mittwoch abend (am 1.6.16) ihre erste Poetikvorlesung in der Alten Aula gehalten: “Hoppe: Das bin ich!”. Ein schöner Auftakt mit der spannenden Frage: Ist das 2012 erschienene Buch von Felicitas Hoppe mit dem Titel “Hoppe” eine Biografie? Gar eine Autobiografie? Oder doch “nur” eine Traumbiografie? Der Verlag kündigt es lieber als “Roman” an und weckt damit Zweifel an der Echthheit der Geschichten über Felicitas Hoppe, die in diesem Buch erzählt werden. Hoppe selbst bezeichnet ihr Werk als “Biographie eines träumenden Kindes”.

Auftaktvorlesung zur Poetikdozentur 2016 von Felicitas Hoppe in der Alten Aula

Auftaktvorlesung zur Poetikdozentur 2016 von Felicitas Hoppe in der Alten Aula. Foto: JF.

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Der berühmte Satz von Rene Magritte unter dem Bild einer Pfeife ““Ceci n’est pas une pipe” macht deutlich, das Realität und Fiktion manchmal schwer auseinanderzuhalten sind. Wie glaubhaft ist eine Autobiografie? Kann ein “Ich” seine eigene Geschichte schlicht durch Daten und Fakten beschreiben, oder müssen nicht Wünsche und Träume zum tieferen Verständnis herangezogen werden?Hoppe: “Wir sind, was wir wünschen”.

Auch wenn “fh” (so ein im Roman vorkommender oberlehrerhafter Kürzel, mit dem die Autorin gelegentlich korrigierend eingreift) in Wirklichkeit die ersten 19 Jahre ihres Lebens in Hameln verbracht hat - der Traum einer Kindheit im kanadischen Brantford (Ontario) an der Seite von Wayne Gretzky ist schön beschrieben und zeigt und das “Ich” der Autorin vielleicht deutlicher als ihre “wahre” Kindheit in Hameln. Und endlich wird das Rätsel aufgelöst, wohin die vom Rattenfänger angelockten Kinder entführt wurden.

Was bleibt? »Kröne dich selbst, sonst krönt dich keiner!« Unser Ich, unsere Persönlichkeit: das sind (auch) die Geschichten, die wir über uns erzählen. Es gibt ein schönes Buch von Daniel Schacter, dem amerikanischen Gedächtnispsychologen, das 2001 auf Deutsch unter dem Titel “Wir sind Erinnerung” (Original: “Searching for memory“) erschien und deutlich macht: Wie und an was wir uns erinnern, macht unsere Persönlichkeit aus. Deswegen sind Gedächtnisverluste auch immer Verluste der eigenen Persönlichkeit. Ich bin, was ich erzählen kann - diese konstruktivistische Perspektive zeigt Felicitas Hoppe in ihrer Biografie. Schön, dass sie (die schon als Kind Bilder aus dem Codex Manesse an der Wand hängen hatte) nach Heidelberg, in die Unesco City of Literature (seit 2014), gekommen ist!

siehe frühre Einträge zum Thema Peitikdozentur

Mobilitätskonzepte für das Neuenheimer Feld

Kürzlich wurde das langjährig geplante Projekt einer möglichen Strassenbahn-Trasse durch das Neuenheimer Feld (”Campus-Bahn”) beerdigt: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hat nämlich am 11.5.2016 den Klagen der Universität und des MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht gegen den Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Karlsruhe für den Bau der Campus-Straßenbahn stattgegeben. Damit kann die Straßenbahn durch den Campus nicht wie geplant gebaut werden.

Angesichts der schwierigen Verkehrssituation ist zunächst Ratlosigkeit angesagt - müssen wir doch den Bau einer 5. Neckarbrücke (hier altes Material dazu) in Erwägung ziehen? Oder sollte man nicht die neue Situation dazu nutzen, noch einmal radikal von vorne zu planen und etwas wirklich Neues schaffen? Strassenbahnen und Autos sind ja nicht nicht die einzig möglichen Verkehrsmittel - Mobilitätsforscher sehen auch noch andere Dinge in der Zukunft.

Einen wirklich innovativen Vorschlag hat eine Heidelberger Architektengruppe rund um Nils Herbstrieth und Uwe Weishuhn gemacht - schon vor vielen Jahren in einem ersten Anlauf und jetzt, angesichts der neuen Situation nach dem Gerichtsurteil, in einer aktualisierten Form: einen UNIverCITY-Shuttle, den Peoplemover. Eine fahrerlose Hochbahn, die ringförmig den Campus erschließt und über den Neckar Richtung Hauptbahnhof und Bahnstadt die weitere Anbindung schafft.

Bild 21 aus der Ideenskizze von studio-mobile-concepts von 2005 (c) smc

Bild 21 aus der Ideenskizze von studio-mobile-concepts von 2005 (c) smc

Da ich vor kurzem in Miami (Florida) gewesen bin, habe ich dort den Metromover kennen- und schätzengelernt: Selbstfahrende Einheiten, die in zeitlich dichter Folge die Innenstadt ringförmig erschließen und ein sehr angenehmes (in Miami sogar kostenloses) Transportmittel sind. Wenn der Verkehr auf der Strasse zu Zeiten der Rush-Hour dort kollabiert, ist der Metromover eine echte Alternative und macht dank Klimatisierung sogar richtig Spass…

Heidelberg ist nicht Miami - ich weiss! Und trotzdem fände ich es toll, wenn wir hier nicht einfach in den konventionellen Kategorien von Strassenbahn oder Autobrücke steckenbleiben, sondern uns als Universitätsstadt vorbildlich um neue Formen der Mobilität bemühen. Ich könnte mir vorstellen, dass ein solcher Mover eine echte Attraktion werden könnte. Ein Hingucker wäre es auf jeden Fall, aber vielleicht mehr als das. Ich fände es toll, wenn die Entscheidungsträger dieses Vorhaben sorgfältig prüfen und nicht voreilig “ad acta” legen. Vielleicht steckt in der gerichtlichen Ablehnung der “Campus-Bahn” die Chance für ein wirklich stadtprägendes, innovatives Transportmodell. Ich jedenfalls würde mich dafür einsetzen!

der Miami Metromover: https://www.youtube.com/watch?v=UlD3eFLGW8o

ein Blick nach Chicago: https://www.youtube.com/watch?v=6ZLQ0heR4lw

die H-Bahn der Uni Dortmund: http://www.h-bahn.info/de/

Seilbahn-Pläne für Uni Bochum: http://www.pflichtlektuere.com/22/05/2015/zur-uni-schweben-seilbahn-idee-fuer-bochum/

Nachtrag 24.6.2016: Der “Mannheimer Morgen” berichtet in seiner Ausgabe vom 23.6.16 unter dem Titel “Mit Kabinen ins Feld?” folgendes:  (Beginn der Quellenangabe) “Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar diskutiert heute in Mannheim über eine Seilbahn über den Rhein und die Heidelberger CDU kann sich eine Hochbahn ins Neuenheimer Feld vorstellen. Wie das funktionieren könnte, will die Partei am Dienstag, 5. Juli, 19 Uhr, bei einer Info-Veranstaltung im “Achter” (Neuenheimer Landstraße 3a) vorstellen.

“Nach dem Scheitern der Campus-Straßenbahn ist es wichtig, Alternativen zu diskutieren. Dazu gehört für die Heidelberger CDU neben einer möglichen Erschließung des Klausenpfads und einer weiteren Neckarquerung, auch andere Optionen in den Blick zu nehmen”, betont Fraktionsvorsitzender Alexander Föhr. “Eine ist die einer Hochbahn zwischen Hauptbahnhof und Neuenheimer Feld.”

Das Büro “studio-mobile-concepts” habe diese durchaus charmante Idee entwickelt und werde sie beim Infoabend vorstellen. Seit 2005 arbeiten Nils Herbstrieth und Uwe Weishuhn an einem automatischen Hochbahnsystem mit Einzelkabinen für bis zu zwölf Personen. Es könne bis zu 7200 Menschen pro Stunde transportieren. sin” (Ende der Quellenangabe)

Nachtrag 8.7.2016: In der heutigen Augabe der RNZ steht ein großer Bericht auf S. 3 - unter dem Titel “Der Nahverkehr geht in die Luft” berichtet RNZ-Redakteuer Holger Buchwald ausführlich über das Projekt und die Resonanz darauf bei einer Vorstellung im Neuenheimer Restaurant “Achter”. Nach den Angaben in der Tageszeitung möchte die Heidelberger CDU den University-Shuttle in den Masterplan-Prozess mit einbringen.