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Hans Jürgen Eysencks Artikel “unsafe”?

ans Jürgen Eysenck

Hans Jürgen Eysenck

Ein großer Name in der Psychologie ist unter Beschuss geraten (nicht der erste Fall…): der britische Psychologe Hans Jürgen Eysenck (1916-1997), einer der einflußreichen Väter der modernen Persönlichkeitspsychologie, eng verbunden mit den Konstrukten Introversion, Extraversion und Neurotizismus.

Wie ich kürzlich schon im Blog-Beitrag zu Manfred Amelangs 80. Geburtstag schrieb, ist Eysenck in der Debatte um die sog. “Krebspersönlichkeit”  unangenehm aufgefallen: Er soll - wie jüngst enthüllte Dokumente in den USA zeigen - von der amerikanischen Tabakindustrie finanziert worden sein, um die These zu vertreten, dass nicht etwa Rauchen Lungenkrebs auslöse, sondern Persönlichkeitsmerkmale dafür verantwortlich seien (siehe Pelosi, 2019, Personality and fatal diseases: Revisiting a scientific scandal). Manfred Amelang hatte diese These von Anfang an nicht nur lautstark in Zweifel gezogen, sondern auch eine Replikationsstudie als 10jährige Kohortenstudie durchgeführt, die seine kritische Position empirisch untermauert und die Behauptung einer “Krebspersönlichkeit” falsifiziert hat (siehe Amelang et al., 2004, Personality, cardiovascular disease, and cancer).

Unter dem Titel “University finds dozens of papers by late — and controversial — psychologist Hans Eysenck ‘unsafe’ ” berichtet die Investigativ-Seite “Retraction Watch” nun über eine Reihe zweifelhafter Studien aus dem Spätwerk des Meisters (das Londoner King’s College führt in seinem Bericht vom Mai 2019 insgesamt 25 Artikel auf, die nun das Attribut “unsafe” erhalten). Die meisten dieser Arbeiten stammen aus den 1980er und 1990er Jahren, alle inkriminierten Arbeiten wurden zusammen mit dem in Heidelberg lebenden (aber nicht an der Uni Heidelberg beschäftigten) Ronald Grossarth-Maticek verfasst.

“Unsafe”: eine merkwürdige Kategorie! Ist der Genuss dieser Artikel nicht zu empfehlen? In gewohnt britischer Zurückhaltung wird zur Vorsicht geraten - immerhin sollen die Heraugeber der entsprechenden Zeitschriften eine Warnung erhalten: “We recommend that the Principal write to the editors of these journals to inform them that, based on our enquiry, we consider the results and conclusions of these studies are unsafe.”

Und natürlich sind viele weitere Arbeiten von Hans Eysenck nicht ins Kreuzfeuer geraten - seine Verdienste um die Persönlichkeitspsychologie werden dadurch ja nicht hinfällig - man muss einfach genauer hinschauen! So geht Wissenschaft: Verlässlicheres wird von Unverlässlicherem getrennt!

Auf dem Blog von Retraction Watch findet sich ausserdem ein interessanter Beitrag von James Heathers, der sich fragt, wie weit wir zurück in die Vergangenheit gehen müssen - ob nicht 30 Jahre alte Arbeiten längst durch neuere Forschung überholt sind und von daher keine Korrekturen mehr benötigen. Eine interessante Frage, auf die sein Beitrag “Do we have the will to do anything about it?” eine - wie ich finde - gute Antwort gibt: Wenn die alten Arbeiten längst vergessen sind, sollten wir die Totenruhe nicht stören; wenn sie dagegen immer noch zitiert werden (und damit in aktuellen Debatten eine Rolle spielen), lohnen sich “Retractions” und “Corrections” auch bei älteren Arbeiten.

Wintersemester 2019/20 gestartet

Wieder einmal startet ein neues Wintersemester und es heisst auch hier aus: Herzlich willkommen, liebe Erstis! Ich freue mich, so viele neue Gesichter zu sehen, die nun am “Erstsemester-Kompakt-Seminar” (EKS) teilnehmen und mit den Gepflogenheiten bei uns sozialisiert werden!

Hier kommen jetzt die ersten Ausläufer “Fridays for Future“-Bewegung zu uns. Wenn die jungen “Erstis” ein bisschen von diesem Schwung und Widerspruchsgeist behalten, freue ich mich persönlich sehr. Die Erstis: das ist “the next generation” auch in der Wissenschaft! Nichts ist so wichtig wie “quer” zum Strom (oder sogar gegen den Strom) zu denken - in den alten Bahnen und im alten Trott fortzufahren, ist zwar Teil der Komfortzone, aber das Neue fällt nicht einfachwie Manna vom Himmel, sondern will erkämpft werden…

Für mich ist es das erste Semester mit nur 1 Vorlesung (die “Einführung in die Erkenntnistheorie” - eine meiner Lieblingsveranstaltungen…). Ich gehe es so entspannt an wie noch nie! 22 Jahre lang waren es jeweils 3 Vorlesungen im Winter (ich war dankbar, die Hälfte einer der 3 Vorlesungen an Frau Christmann abgeben zu können). Meinem designierten Nachfolger Jan Rummel wünsche ich, dass ihm genug Zeit für Eigenes bleibt!

Dass wir jetzt im Nebenfach Bachelor Psychologie 180 (statt wie früher 64) Studierende bekommen (der Rektor hat ohne unsere Zustimmung die Nebenfach-Zulassungsbeschränkung aufgehoben), wird uns vor einige Probleme stellen. Ich denke: Die Zulassungsbeschränkung muss unbedingt wieder eingeführt werden (oder wir brauchen auf Dauer zusätzliches Personal! In diesem Winter wird der Ansturm noch mit zusätzlichen adhoc-Ressourcen bewältigbar sein, aber ab dem nächsten Winter gehen die vielen Nf-Studierenden in alle Fächer des Hauptstudiums und müssen Leistungspunkte erwerben. Das schafft für alle Abteilungen im Institut (und auch für die rund 100 Hf-Studierenden!) zusätzliche Belastungen - diesen Winter bekommen das nur die Nebenfach-Verantwortlichen ab…

Wie auch immer: Für mich beginnt ein ruhigeres Semester, in dem ich mich verstärkt auf für mich wichtige Dinge konzentrieren kann! Ich wünsche uns allen ein ertragreiches Wintersemester 2019/2020!

Psychotherapeutengesetz im Bundestag verabschiedet

Am 26.9.19 wurde gegen 23:30 im Deutschen Bundestag das Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung in 2. und 3. Lesung mit den Stimmen der Regierungskoalition verabschiedet (der Bundesrat muss noch zustimmen; hier der Link zur Abstimmung, auf den Reiter 2./3. Lesung gehen). Die jahrelange Vorarbeiten (in der DGPs ist vor allem der Kommission “Psychologie und Psychotherapieausbildung” unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Winfried Rief zu danken!) haben weitgehend Erfolg gehabt - in einem zentralen Punkt, nämlich der Verbesserung der Bedingungen für die zukünftigen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Weiterbildung (PiAs), gibt es eine kleine Enttäuschung: mit der Festlegung des Einkommens von mindestens 1.000 Euro im Psychiatriejahr und von mindestens 40 Prozent von der Vergütung während der Ausbildungstherapie bleibt der Bundestag hinter den Erwartungen zurück.

Nach der Bundesrat-Verabschiedung wird die Approbationsordnung angepasst und eine Weiterbildungsordnung erlassen, dann können die rund 50 Psychologischen Institute an die Arbeit gehen und ihre Studien- und Prüfungsoprdnungen anpassen. Allerdings fehlt bislang eine Finanzierungszusage der Landesministerien, die die notwendigen Mehrkosten für Personal auffangen muss. Da das Gesetz bereits zum 1.9.2020 in Kraft treten soll, herrscht hier erheblicher Zeitdruck - nicht gut! Mal sehen, wie das weitergeht!

siehe auch meinen früheren Blog-Beitrag: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2019/02/23/reform-der-psychotherapeutenausbildung/

Reiner Bastine zum 80. Geburtstag

Nachdem ich im Juni Manfred Amelang zum 80. Geburtstag gratuliert habe (siehe hier), tue ich dies drei Monate später mit ebensolcher Freude zum 80. Geburtstag von Reiner Bastine, der mehr als 30 Jahre lang das Bild der Klinischen Psychologie in Heidelberg (und darüber hinaus!) geprägt hat!

Durch seine Nähe zu Reinhard Tausch, der mit seiner Frau Anne-Marie unermüdlich für die Verbreitung und Anerkennung der Gesprächspsychotherapie in der BRD gekämpft hat,  hat Reiner Bastine während seiner Asistentenzeit in Hamburg 1965-1973 den Ansatz der Gesprächspsychotherapie (Klientenzentrierte Psychotherapie) von Carl Rogers sehr gut kennengelernt und natürlich bei seinem Wechsel von Hamburg nach Heidelberg im Jahr 1973 auf den ersten Lehrstuhl für Klinische Psychologie mitgebracht.

Mitbegründet hat er 1995 das Heidelberger Institut für Mediation und 2001 das Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) - beides Einrichtungen, die heute sehr erfolgreich agieren und nicht mehr wegzudenken sind. Zusammen mit Annette Kämmerer und Peter Fiedler (Thomas Fydrich und Babette Renneberg gehören eigentlich auch dazu, auch wenn sie beide gemeinsam 2008 nach Berlin gewechselt sind) hat er integrative, humanistische Ansätze stark gemacht und Generationen von Studierenden für die Klinische Psychologie begeistert. Sein Lehrbuch “Klinische Psychologie” hat bei Kohlhammer bislang drei Auflagen erlebt.

Lieber Herr Bastine: alles Gute zu Ihrem runden Geburtstag und weiterhin viel Lebensfreude! Ich freue mich auf viele weitere der schon wiederholt erfolgten zufälligen Begegnungen in Ladenburg und anderswo!

In memoriam Loránd Eötvös (1848-1919)

Der ungarische Physiker Loránd Eötvös ist heute vor 100 Jahren in Budapest verstorben (am 19.9.1919). Warum ist das ein Blog-Thema? Wer das Psychologische Institut von der Hauptstrasse aus betritt, sieht im Eingangsbereich hinter der hölzernen Eingangstür vier Apsiden (siehe meinen Blog-Eintrag “Friedrichsbau: Apsiden besiedelt“), von denen eine (die hinten links) mit der Gedenktafel für Loránd Eötvös ausgefüllt ist.

Lorand Eötvös-Gedenktafel (Foto: Reiner Meßner)

Der Grund dafür ist ganz einfach: Loránd Eötvös hat bei Robert Wilhelm Bunsen, Hermann von Helmholtz und Gustav Robert Kirchhoff in Heidelberg studiert, hat hier 1870 bei Bunsen promoviert und wurde nach seiner Habilitation 1871 Professor für Physik an der heute nach ihm benannten Universität Budapest.

Wofür ist Loránd Eötvös bekannt? Die Lektüre der Gedenktafel hilft hier weiter; dort kann man lesen: “Loránd Eötvös (1848-1919): Begründer der modernen Gravitationsforschung; studierte seit 1867 in diesem Haus Physik und wurde hier 1870 promoviert; gestiftet von der Loránd-Eötvös Universität 1992 Budapest Ungarn”. Seine Experimente zur Gravitationskraft haben die Gravimetrie in praktische Anwendungen geführt, die zum Aufdecken unterirdischer Bodenschätze (z.B. Erdöl; Lagerstättenkunde) nützlich waren.

Verständlich, dass am 19.9. eine Delegation der ELTE (das ist die Abkürzung der Uni Budapest) dazu aus Budapest anreist und, begleitet von Rektor Professor Eitel (von Hause aus ein Geograph), im Eingangsbereich des Instituts einen Kranz vor der Tafel ablegt.

hier noch ein paar Dokumente (Anklicken zum Vergrößern):

1) Anmeldung zur Doktorprüfung (Original und Trenskription)

2) Prüfungsprotokoll (Original und Trenskription)

3) Promotionsurkunde

Auch das Universitätsarchiv hat ein paar Dokumente zusammengestellt (hier).

F4F: Warum ich mitlaufe

An diesem Freitag 20.9.2019 finden - wie an vielen Freitagen zuvor - Demonstrationen der “Fridays for Future” (abgekürzt: F4F) statt. Hier bei uns in Heidelberg wird zur bisher größten Demo eingeladen (Start: 11 Uhr an der Stadtbücherei in der Poststrasse, Ziel: Rathaus), OB Würzner hat alle städtischen Amtsleiter aufgefordert, ihren Mitarbeitern die Teilnahme an der “Fridays for Future”-Demo am Freitag zu ermöglichen (das sind ca. 2500 Verwaltungsangestellte). Uniseitig habe ich noch nichts vernommen…

Warum ich mitlaufen werde: Proteste und Demonstrationszüge haben eine lange Geschichte (man kann beim Zug der Heidelberger Studierenden zum Hambacher Schloß im Mai 1832 anfangen) und stellen eine Errungenschaft demokratischer Verfassungen dar, die von Gewerkschaften oder politischen Parteien zur Durchsetzung von Interessen der Schwächeren genutzt wurden. Mindestens zwei Varianten von Protesten können unterschieden werden: (1) Instrumentelle Proteste (Streiks) haben ein klares Ziel (z.B. bei Lohnverhandlungen), (2) Indikator-Proteste wie die F4F-Bewegung zeigen Missstände an und nehmen Einfluss auf die politische Agenda.

Warum geht man in Zeiten digitaler sozialer Medien überhaupt noch auf die Straße? Natürlich erhält man auf diese Weise die Aufmerksamkeit von tradionellen Medien wie Zeitungen und Fernsehen! Ausserdem ist eine Demonstration ein emotionales Ereignis - die Solidarität mit vielen anderen Menschen zu spüren, die für die gleiche Sache auf die Strasse gehen (so vermutet man es - wissen kann man das nicht), ist schon ein gutes Gefühl (ein “warm glow”). Ich erinnere mich an meine bisher größte Demo-Teilnahme in Bonn auf der Hofgartenwiese hinter der Universität Bonn, wo am 10.10.1981 die Friedensbewegung mit rund 300.000 Teilnehmenden (einer davon war ich) gegen den Nato-Doppelbeschluss protestierte (gegen die Stationierung atomar bestückter Mittelstreckenraketen in Europa - der Protest blieb erfolglos, wie sich später herausstellte).

Auch wenn in Heidelberg sicher deutlich weniger Menschen auf die Straße gehen: Weltweit werden es an diesem Tag ganz viele sein, die von der Politik entschlossenere Massnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe fordern und auch bereit sind, persönliche Opfer zu bringen. Ich bin kein Schüler mehr und gehöre sicher nicht in die erste Reihe, aber natürlich bin ich Wissenschaftler und als solcher Mitglied bei “Scientists for Future” (kurz S4F). Deswegen halte ich Sonntag abend auch einen öffentlichen Vortrag zum Thema “Think global, act local: Große gesellschaftliche Herausforderungen und Ideen zu ihrer Bewältigung” um 18 Uhr im Institut für Philologie, Marstallhof 2-4 (hier das Video vom Vortrag).

Natürlich darf ich als Beamter nicht streiken - das gebietet die Treuepflicht gegenüber der FDGO (=freiheitlich-demokratische Grundordnung). Die verlorene Arbeitszeit hole ich selbstverständlich nach (ich merke gerade, dass ich immer noch nicht ganz realisiere, Pensionär zu sein…). Andererseits ist das Demonstrationsrecht grundgesetzlich verankert, das darf ich natürlich wahrnehmen. Ich würde mich freuen, auf der jetzt anstehenden F4F-Demo ein paar bekannte Gesichter zu sehen!

Ach ja: Wofür soll man eigentlich auf die Strasse gehen? Natürlich wie schon gesagt wegen der drohenden Klimakatastrophe. Meine Generation hat es nicht geschafft, ein Umdenken in substantieller Weise in Gang zu setzen. Alle Hoffnungen ruhen auf der nächsten Generation, die ihre Verantwortung ernst zu nehmen scheint! Wie heisst es so schön: “Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Warnungen sind ausgesprochen. Jetzt ist es Zeit zu handeln!” Die “Union of Concerned Scientists” hat bereits 1992 eine weltweite Warnung ausgesprochen (”World scientists’ warning to humainty”), die aber kaum gehört wurde. Und 25 Jahre danach gab es eine zweite, noch besorgniserregendere Warnung:

  • Ripple, W. J., Wolf, C., Newsome, T. M., Galetti, M., Alamgir, M., Crist, E., … 15,364 scientist signatories from 184 countries (2017). World scientists’ warning to humanity: A second notice. BioScience, 67(12), 1026–1028. https://doi.org/10.1093/biosci/bix125

Auch die ist nun schon zwei Jahre alt - es wird Zeit, die Warnungen der besogten Wissenschaftler ernst zu nehmenund den noch verbleibenden (immer kleiner werdenden) Handlungsspielraum zu nutzen! Dafür lohnt es sich m.E. auf die Strasse zu gehen!

siehe auch (lokal) die Stellungnahme der HCE-Mitglieder der Uni Heidelberg: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2019/05/10/hce-stellungnahme-zu-den-forderungen-der-heidelberger-fridays-for-future-bewegung/

siehe auch (global) die Stellungnahme der “Earth League”-Wissenschaftler (ein internationaler Zusammenschluss führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Forschungseinrichtungen aus aller Welt): https://www.the-earth-league.org/075956/index.php.en

Heidelberger Jahrbücher Online: Band 4 (2019)

Erneut ist ein Band der traditionsreichen “Heidelberger Jahrbücher” (erster Band: 1808 erschienen) unter der Schirmherrschaft von Michael Wink und mir fertiggestellt worden. Ich zitiere nachfolgend aus unserem Vorwort:

“Im vorliegenden vierten Band der “Heidelberger Jahrbücher Online” (HDJBO), den die „Gesellschaft der Freunde Universität Heidelberg e.V.“ unter Federführung der beiden Editoren Joachim Funke und Michael Wink herausgibt, haben sich die Autorinnen und Autoren des Bandes diesmal mit dem Konzept der Schönheit in der Wissenschaft als fächerübergreifender Thematik auseinandergesetzt.

In der Antike wurde das Schöne mit dem Wahren und dem Guten gleichgesetzt. Was aber ist das Schöne? Zeigt es sich als Durchschnittswert (wie es bei Gesichtern der Fall zu sein scheint), im Kontrast zum Hässlichen (wie es in der Kunst gelegentlich geschieht), ist es ein westlich geprägtes Konzept (wie es Umberto Eco in seinem Buch „On beauty“ von 2004 vermutet)? Ist Schönheit überhaupt eine Kategorie für die Wissenschaften? Gibt es schöne Formeln, schöne Theorien oder schöne Ergebnisse? Und wenn ja: lässt sich das Konzept der Schönheit in verschiedenen Disziplinen überhaupt konkret fassen? Oder sollten wir Fragen der Schönheit lieber der philosophischen Ästhetik überlassen und in den strengen Wissenschaften auf derartige subjektive Bewertungen verzichten?

Diese Thematik beleuchten wir im vorliegenden Band aus der bunten Sicht unserer Volluniversität. Zwölf Autorinnen und Autoren aus Geistes-, Kultur-, Naturwissenschaften und Medizin haben ihr Verständnis von Schönheit aus unterschiedlichen Gesichtspunkten erörtert. Die durchaus disziplinär angelegten Beiträge thematisieren ganz unterschiedliche Aspekte des Rahmenthemas und erzielen damit am Ende eine interessante Perspektivenvielfalt.

  • Caterina Maderna (Klassische Archäologie) beschreibt in ihrem Kapitel anschaulich, wie bereits in der Antike Schönheit mit sozialem Status verknüpft wurde und wie hässliche Darstellungen des Fremden in die Kunst Einzug hielten. Negativ konnotierte Stereotypen fremder Kulturen in der bildenden Kunst Griechenlands und Roms bringen Clichés hervor, die auch in heutiger Zeit Wirkung zeigen, wenn wir nicht unser Bewusstsein dafür schärfen.
  • Michael Wink (Biologie) betrachtet Schönheit aus evolutionärer Sicht. Charles Darwin hat intensiv darüber nachgedacht, warum viele Vogelmännchen ein prächtig gefärbtes Federkleid tragen. Da er das Phänomen nicht durch die natürliche Selektion erklären konnte, begründete er das Konzept der Damenwahl (”female choice“, sexuelle Selektion). Er nahm an, dass die Vogelfrauen einen Sensor für Schönheit besitzen und ihre Partner danach aussuchen. Offensichtlich gibt es evolutionäre Grundlagen der Schönheit.
  • Georg Wolschin (Theoretische Physik) behandelt das Thema der Symmetrien in der Natur. In der Elementarteilchenphysik, wo es neben Teilchen auch Antiteilchen gibt, sind verschiedene Symmetrien am Werk, die der Autor benennt. Als skeptische Naturwissenschaftler suchen die Physiker allerdings auch gezielt nach Verletzungen der Symmetrien, heute mittels Großtechnologie, wie am Kernforschungszentrum CERN betrieben.
  • Claudia Erbar (Biologie) und Peter Leins (Biologie) machen den Aspekt der ästhetischen Ökonomie in der Gestalt von Pflanzen stark. Die Optimierung von Locksignalen, die Anlage von Blättern entlang der Sprossachse oder die Verpackung empfindlicher Pflanzenteile sind Beispiele dafür, wie organismische Evolution von einem Ökonomieprinzip getrieben sind, das möglichst hohe Effizienz bei minimalem Aufwand sicherstellen soll.
  • Tatiana Görig, Sven Schneider und Katharina Diehl (alle aus der Medizinischen Fakultät Mannheim) befassen sich mit dem Schönheitsideal gebräunter Haut. Sie berichten über Ergebnisse einer bundesweit repräsentativen Umfrage unter 3000 Personen zur Wichtigkeit attraktivitätsbezogener Motive für das Bräunungsverhalten. Hintergrund sind die zahlreichen dermatologischen und onkologischen Risiken (z.B. vorzeitige Hautalterung, Hautkrebs), die ein derartig ungünstiges Schönheitsideal mit sich bringt.
  • Tonio Hölscher (Klassische Archäologie) fragt danach: „Wie schön darf Gorgo sein?“ (Gorgo ist eine geflügelte Schreck-Gestalt der Antike) und beschäftigt sich mit einer widersprüchlichen Ästhetik der griechischen Kunst und Lebenskultur, die bis in unsere Neuzeit reicht: Kann Häßliches schön sein? Wird eine brutale Filmszene dadurch ästhetisch aufgewertet, wenn man sie mit klassischer Musik unterlegt? Die Perfektion der Form ist keine Aussage über das inhaltliche Thema.
  • Hans J. Pirner (Theoretische Physik) bringt uns die verborgene Schönheit der Natur aus der Sicht eines theoretischen Physikers nahe. Neben den trigonometrischen Funktionen weist er auf die exponentielle Zerfallskurve als die andere allgegenwärtige Standardschönheit der Physik hin. Diese Schönheit liegt in ihren mathematischen Symmetrien und Strukturen, wird aber erst durch die technischen Hilfsmittel sichtbar, die die Physiker benutzen.
  • Joachim Funke (Allgemeine Psychologie) befasst sich mit psychologischen Erkenntnissen zur Schönheit. Dabei kommt nicht nur das Konzept der „guten Gestalt“ zur Sprache, sondern es geht auch um die Schönheit von Gesichtern sowie die Auswirkungen von Attraktivität auf Schulnoten und Partnerwahl. Auch das Thema „Ehrfurcht“ im Kontext von Schönheit wird hier angesprochen.
  • Christel Weiß (Medizin) beschäftigt sich mit der Schönheit der Statistik. Sie zeigt, dass die in Kennzahlen eingefangenen Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen nicht nur hilfreich bei der Bewältigung des Alltags sind, sondern gerade durch ihre Einfachheit auch eine inhärente Schönheit besitzen. Schönheit der Statistik ergibt sich insbesondere dann, wenn sich das scheinbare Datenchaos ordnen und verdichten lässt.

Die Publikation als e-Book hat sich bislang bewährt: Sie spart Kosten und ermöglicht dank „open access“ eine größere (und nachhaltigere) Verbreitung als die Print-Version. Der erste Band der Online-Reihe mit dem Titel „Stabilität im Wandel“ (Wink & Funke, 2016) wurde in den 24 Monaten nach Erscheinen mehr als 100mal zum Download (Anmerkung: Diese Download-Zahl betrifft jeweils den kompletten Band – einzelne Beiträge daraus können durchaus auf höhere Downloads kommen. Die Statistiken sind auf den zugehörigen Webseiten der jeweiligen Artikel tagesaktuell abrufbar. Auf Artikelebene wurden insgesamt 14.242 Downloads registriert (Stand: 13.6.2019).Ende der Anmerkung) angefordert – das ist beachtlich! Der zweite Band „Citizen Science“  (Wink & Funke, 2017) kommt nach nur 12 Monaten Laufzeit auf Zugriffszahlen von etwa 159 Downloads. Der dritte Band „Perspektiven der Mobilität“ (Funke & Wink, 2018) liegt mit 781 Downloads trotz des späteren Starts sogar an der Spitze. Auch diesem nun vorliegenden vierten Band wünschen wir angemessene Verbreitung!

Wem die digitale Ausgabe nicht genügt und ein Exemplar für seinen Bücherschrank wünscht: Dank der guten Zusammenarbeit mit „Heidelberg University Publishing (HeiUP)“ kann von allen Bänden für kleines Geld eine Print-Version „on demand“ (sowohl in der preiswerten Softcover- wie auch in der etwas teureren Hardcover-Version) hergestellt werden. Dank der guten Zusammenarbeit der UB Heidelberg mit der „Gesellschaft der Freunde“ und dank deren finanzieller Unterstützung konnten zwischenzeitlich auch die zurückliegenden Ausgaben der Jahrbücher bis zur Nachkriegszeit (bis 1956) retrodigitalisiert werden und stehen damit einer interessierten Öffentlichkeit online zur Verfügung (hier zu den frisch zugänglich gemachten digitalen Beständen von 1891-1956).

Wir bedanken uns für die wie immer harmonische Zusammenarbeit beim Team der Universitätsbibliothek unter Leitung von Frau Dr. Maria Effinger, aber auch beim Direktor der Universitätsbibliothek, Dr. Veit Probst, der diesen Weg digitaler Informationsverbreitung seit Jahren fördert, ohne die Print-Welt zu vernachlässigen. Ein besonderer Dank ist erneut unserer Cheflektorin Julia Karl (M.Sc. Psychologie) auszusprechen, die bisher alle unsere Online-Bände sorgfältig und schnell begleitet hat und uns jetzt leider nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums verlässt.

Wir sind gespannt, wie der neue Band ankommt und wie unser Jahrgangsthema aufgenommen wird. Feedback ist wie immer erwünscht!”

hier geht es zu früheren Jahrbüchern:

- Band 3, 2018: Perspektiven der Mobilität

- Band 2, 2017: Citizen Science

- Band 1, 2016: Stabilität im Wandel

Wissen über den Klimawandel: Fischer, Amelung & Said (2019)

Was die deutsche Bevölkerung über den Klimawandel weiss und wie sicher sie sich dieses Wissens ist, hat ein Team bestehend aus drei meiner (früheren) Mitarbeiterinnen in einer repräsentativen Stichprobe (N=588) erfragt und beforscht. Hier die Zusammenfassung des neuen Beitrags:

“Accurate confidence—confidence that reflects the accuracy of knowledge—can be relevant for decision-making in areas of high uncertainty. Accuracy of confidence is of particular importance in the area of climate change where scientifically correct information exists alongside misinformation in the public discourse and media. Here we assess the accuracy of confidence in climate change knowledge in a national German sample (n = 509). The accuracy of the confidence of the citizens in their climate change knowledge was only around half of what it could be based on the accuracy of their knowledge. Moreover, the accuracy of confidence controlling for knowledge accuracy was lower for climate change than for two benchmark comparisons: general science knowledge in another national German sample (n = 588), and climate change knowledge in a scientist sample (n = 207). Although these results cannot necessarily be generalized to the population of all indicators of climate change knowledge, the results suggest that the confidence of citizens in their climate change knowledge is unnecessarily fuzzy given their actual knowledge.”

Veröffentlicht wurde das Ganze in einer Zeitschrift, in die hineinzukommen durchaus schwierig genannt werden darf: “Nature Climate Change“! Wow! Gratalation, liebe Helen, Dorothee und Nadia, zu dieser tollen Leistung! Das kommt nicht so oft vor, dass die Psychologie in diesem Publikationsorgan stark gemacht wird!

Fischer, Helen, Amelung, Dorothee, & Said, Nadia (2019). The accuracy of German citizens’ confidence in their climate change knowledge. Nature Climate Change. https://doi.org/10.1038/s41558-019-0563-0

PS: Die Herausgeber von Nature haben einen eigenen Bericht zu diesem Artikel verfasst und Helen Fischer interviewt: “False statements about climate change trip people up“.

Gummibären-Forschung

Vor gut 10 Jahren waren die Gummibären schon mal Blogthema (siehe hier) - heute sind sie es nochmal. Anlaß ist ein Interview-Wunsch von Radio NRW gewesen, die sich auf die neue Strategie des Herstellers bezog, Gummibären nicht mehr farblich gemischt, sondern neuerdings mono-kolorisiert in Tüten abzufüllen (siehe z.B. hier: https://www.berliner-kurier.de/ratgeber/verbraucher/endlich-haribo-erfuellt-allen-gummibaerchen-fans-lang-ersehnten-wunsch-33117932). Die Frage der Journalistin: Was sagt der Gummibären-Forscher dazu?

Ich weiss: Es ist Saure-Gurken-Zeit, wenn Journalisten mit diesem Thema kommen - und trotzdem musste ich lachen, als wir über das Thema sprachen…  Passt diese Trennung nicht zum Zeitgeist? Für Kunden, die keine Diversität möchten, ist die Monokultur natürlich vorteilhaft!

Das Thema „Gummibärenforschung“: Als Heike Gerdes und ich es vor 25 Jahren aufbrachten, haben viele Kolleginnen und Kollegen mitgemacht. Die Journalisten waren damals interessiert, weil es in der Anfangszeit des WWW noch wenig Lustiges gab (und unser Bonner Webmaster kritisierte uns dafür, weil wir Bilder ins Netz bringen wollten und damit „sinnlos Bandbreite verschwendeten“).

Die Liste der behandelten Themen ist lang und umfasst Beiträge der Psychologie, der Biologie, Chemie, Physik, Literaturwissenschaft und weiteren Disziplinen - da die Beiträge weitgehend unauffindbar geworden sind (heisst es nicht immer: das Netz vergisst nichts?), habe ich die Namen der Autorinnen und Autoren weggelassen (auch weil es dem einen oder der anderen inzwischen peinlich sein mag, welchen Blödsinn wir damals veröffentlicht haben):

  1. Einfluß der Tütenzugehörigkeit auf das Sozialverhalten der Gummibärchen
  2. Farbensehen bei Gummibärchen
  3. Evolutionspsychologie des Bärchens
  4. Komplexes Problemlösen bei den Bärchen
  5. Kommunikations- und Ausdrucksverhalten der Bärchen
  6. Gummibärenträume
  7. Implizites Gedächtnis bei Gummibärchen
  8. Eine erste Erwiderung auf diese Arbeit
  9. Eine Replik der Experimente und interessante neue Befunde: “Spontanschwund bei Gummibären?”
  10. Zur Tiefenpsychologie des Gummibären
  11. Psychotherapie mit Gummibären
  12. Die sexuellen Phantasien der Gummibären
  13. Überblick: Die ersten zwanzig Jahre: Eine selektive Zusammenfassung ausgewählter Befunde der Gummibärchenforschung
  14. Historisches: Meilensteine der Gummibärchen-Forschung
  15. Warum in der Werbung nur weibliche Gummibärchen eingesetzt werden
  16. Biologisches: Populationsentwicklung und Vermehrungsbiologie bei Gummibären
  17. Neurowissenschaftliches: Neurochirurgische Eingriffe am Gummibärchen
  18. Literaturwissenschaftliches: Meilensteine der Gummidichtung. Ein Abriß der Bärchenliteraturgeschichte
  19. Sprachwissenschaftliches: Und sie kommunizieren doch: Sprachliche Varietäten bei Gummibären
  20. Medizinisches: Epilepsie und EEG bei Ursus elasticus vulgaris
  21. Chemisches: Gummibären - eine Herausforderung für die Chemie
  22. Biologisches: Neuere Forschungen zur Klasse Elasto-ursina (Gummibären)
  23. Parapsychologische Phänomene bei Gummibären
  24. Bedeutung der Gummibären für den Homo sapiens erectus
  25. Gummibären, Behinderung und Integration
  26. Was die Gummibären zu Weihnachten treiben
  27. Gummibärchen und Weihnachten - ein Widerspruch in sich?
  28. Sensationeller Fund von Gummibärchen-Fossilien in Unterfranken!
  29. Hörvermögen von Gummibären
  30. Rede zu den sozialen und allgemeinen Problemen der Gummibären in unserer heutigen technisierten Welt von Professor Dr. Gum Dr. Bär Hugo Gelfutterer

Immerhin 30 Beiträge - das würde heute für ein „Special Issue“ eines Journals reichen… Aber ich denke auch, dass in der heutigen Zeit die Muße für derartige Dinge ein wenig verloren geht. Das Lachen bleibt einem manchmal schon im Hals stecken (quersitzendes Gummibärchen? Kann abgehustet werden).

Was die Mono-Tüten betrifft: Ich sehe Vereinfachungen, um das Gummibären-Orakel (mit realen Gummbibären, nicht mit virtiuellen) in gewünschte Bahnen zu lenken :-) Ich selbst bin übrigens Freund der bunten Mischung und werde keine Monokulturen pflegen. Und was Interviews betrifft: Ich wünschte, zu meinem Spezialgebiet “complex problem solving” kämen soviel Anfragen wie zu den Gummibären! Aber ich muss zugeben: das ist nicht zum Lachen…

Sternberg & Funke (Eds): Psychology of Human Thought

Together with Robert Sternberg (Cornell University), I have edited a textbook with the title “Psychology of Human Thought: An Introduction”, published by Heidelberg University Publishing. Besides many other strong points, it has one revolutionary feature: It is an “open access” collection of peer-reviewed chapters from all areas of higher cognitive processes. So, you could download isolated chapters or the whole book (=399 pages) as a PDF for free! For small money, there is also an option to get a printed copy (book-on-demand) via Amazon.

This is revolutionary because nowadays, textbooks can become really expensive! A report 5 years ago documented the enormous increase in yearly costs for textbooks (around 1200 Dollar per year per student at an American university). What do you expect are the prices now in 2019? Open Educational Resources (OER) are growing (see the video from Rajiv Jhangiani, Canada), we will be part of this movement (see the Open Textbook Library) although our chapters are copyrigthed by the authors.

The book is intended to be used as a textbook in courses on higher processes, complex cognition, human thought, and related courses. Chapters include concept acquisition, knowledge representation, inductive and deductive reasoning, problem solving, metacognition, language, expertise, intelligence, creativity, wisdom, development of thought, affect and thought, culture, and sections about history and about methods. The chapters are written by distinguished scholarly experts in their respective fields, coming from such diverse regions as North America, Great Britain, France, Germany, Norway, Israel, and Australia. The level of the chapters is addressed to advanced undergraduates and beginning graduate students.

Here is the complete list of chapters, together with their authors:

  1. The Psychology of Human Thought: Introduction (Robert J. Sternberg & Joachim Funke)
  2. History of the Field of the Psychology of Human Thought (Robert J. Sternberg)
  3. Methods for Studying Human Thought (Arndt Bröder)
  4. Concepts: Structure and Acquisition (Kimery R. Levering & Kenneth Kurtz)
  5. Knowledge Representation and Acquisition (Art Graesser, Anne M. Lippert, & Keith T. Shubeck)
  6. Metacognition: Monitoring and Controlling One’s Own Knowledge, Reasoning and Decisions (Klaus Fiedler, Rakefet Ackerman, & Chiara Scarampi)
  7. Deductive Reasoning (Jonathan St. B. T. Evans)
  8. Inductive Reasoning (Janet E. Davidson)
  9. Problem Solving (Joachim Funke)
  10. Decision Making (Julia Nolte, David Garavito & Valerie Reyna)
  11. Nature of Language (Lisa von Stockhausen & Joachim Funke)
  12. Language and Thought (Andrea Bender)
  13. Expertise (David Z. Hambrick)
  14. Intelligence (Oliver Wilhelm & Ulrich Schroeders)
  15. Creativity (Todd Lubart & Branden Thornhill-Miller)
  16. Wisdom (Judith Glück)
  17. Development of Human Thought (Kathleen M. Galotti)
  18. Affect and Thought: The Relationship between Feeling and Thinking (Joseph Forgas)
  19. Culture and Thought (Mary Gauvain)

We are keen to learn how our colleagues adopt this non-commercial textbook all over the world, how students perceive the level of difficulty, how the download figures develop over time.

If you compare our new edition with the old one from Sternberg and Smith (1988, more than 30 years ago), you will see the progress that has been made in the psychology of human thought. We are proud to have documented this progress for the next generation.

Thanks to Heidelberg University Publishing to give us the chance for such a project! And thanks to the contributors who did not insist on royalties for their work! And thanks to Julia Karl who did a wonderful job as copyeditor for this book!

see our book at the publisher HeiUP: