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Gastvortrag Matthias Kliegel

Diese Woche war Matthias Kliegel aus Zürich zu Gast. Er ist ein Spezialist für das prospektive Gedächtnis, das Erinnern an das, was erst noch kommt (z.B. dass ich noch Brötchen kaufen muss oder dass um 17:00 Uhr Anpfiff zum Viertelfinalspiel Deutschland - Argentinien ist). Da Matthias Kliegel zugleich Life-Span-Entwicklungspsychologe ist, kommen interessante Befunde zustande wie z.B. der, dass in laborexperimentellen Untersuchungen ältere Personen hinsichtlich ihres prospektiven Gedächtnisses eher schlechter abschneiden, bei alltagsnäheren Aufgaben jedoch eher besser sind. Dies könnte mit der Aufgabenwichtigkeit zu tun haben: die rechtzeitige Einnahme des Medikaments ist im Alltag vielleicht doch wichtiger als im Laufe einer längeren Bildschirmsitzung beim Aufleuchten von drei roten innerhalb einer Sequenz von schwarzen Buchstaben eine bestimmte Taste zu drücken.

Die Relevanz prospektiver Gedächtnisforschung ist unbestritten: 50-80% aller Gedächtnisprobleme stammen aus diesem Bereich, und gerade im Alter ist diese Gedächtnisleistung zentral für Selbstständigkeit (z.B. wenn es um das Ausschalten des Herds nach dem Kochen geht). Bedauerlicherweise richten sich 80% der Gedächtnisforschung auf das retrospektive Gedächtnis. Vielleicht sollte man hier etwas gegensteuern?

{ 2 } Comments

  1. Vasco Dos Santos Pedro | June 30, 2006 at 12:54 | Permalink

    Lieber Herr Funke,
    oje, die Nachfolge für eigentlich zwei begehrte Lehrstühle des Psychologischen Institutes erweist sich ja wirklich als sehr schwierig. Hoffe nur, dass dies nicht mit den Neuregelungen innerhalb der W-Professuren in Verbindung steht…

    Wünsche dem PI viel Erfolg bei der Suche und vor allem dem Finden von geeigneten Nachfolgern/-innen!!

    Ihr Alumnus
    Vasco Dos Santos Pedro

  2. JoFu | June 30, 2006 at 1:44 | Permalink

    Lieber Vasco, danke für Ihre Anteilnahme! Die Neuregelungen für W-Professuren sind in der Tat *einer* der Störfaktoren, mit denen wir heute leben müssen… Wir suchen weiter!

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