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Semesterbeginn

Das Sommersemester 2013 hat begonnen. Schon im Vorfeld war es am erhöhten Mailaufkommen zu erkennen (”Ich bin Nebenfachstudent und brauche 4 Leistungspunkte - bei Ihnen gibt es aber nur 3 LP. Was soll ich machen?” [mein Vorschlag: in die Vorlesung von Frau Christmann gehen, da gibt's drei weitere LP]; “Ich war im letzten Jahr nicht in der AP I - darf ich trotzdem in die AP II kommen?” [mein Vorschlag: aber ja doch, probieren Sie es aus...]; “Fängt die Veranstaltung schon am 15.4. an?” [Antwort: Sie beginnt wie angegeben am 22.4.] usw.). Zusammen mit den Rückfragen zum vergangenen Semester (”Ich habe bei Ihnen an der Klausur teilgenommen - kann ich eine Bescheinigung darüber erhalten?” [meine Antwort: meine Sekretärin stellt für alle Sonderfälle wie Erasmus oder spezielle Nebenfächer entsprechende Scheine aus]) sind es gut 50 Mails mit Anfragen gewesen… Und noch hat das Semester gar nicht richtig durchgestartet!

Dazu kommen zahlreiche Studierende aus anderen Universitäten, die irgendetwas Interessantes auf meinen Webseiten gefunden haben oder darum bitten, Ihnen doch noch ein paar aktuelle Quellenangaben zum Thema “Kreativität im Kindergarten” zu liefern - ich wäre ja Experte. Auch Nachfragen zu unseren Zitierregeln werden gerne gestellt. Und natürlich rufen Journalisten an mit ganz tollen Fragen “Warum lacht man auf dem Klo so gerne?”, “Was sagt die Psychologie zum Haarersatz von Jürgen Klopp?” usw. In der April-Ausgabe 20134 der Apotheken-Umschau sind ein paar Zitate von mir zum Thema “Compliance” - da habe ich 20 Minuten mit dem Journalisten diskutiert.

Mit dem Start des neuen Semesters startet auch der neue Geschäftsführende Direktor (GD) Sven Barnow seine zweijährige Amtszeit als “primus inter pares”,  der damit die Kollegin Monika Sieverding ablöst, die in den letzten zwei Jahren an der Spitze unseres Professoriums stand. In einer ihrer letzten Aktionen hat sie die GDs aller baden-württembergischen Psychologischen Institute zusammengerufen, um beim Wissenschaftsministerium die Einstufung der Psychologie als Natur- und nicht (wie bisher vorgesehen aufgrund einer Klassifikation des Statistischen Bundesamtes von neunzehnhundert-something) als Buchwissenschaft zu erreichen. Nur unter dieser Randbedingung nämlich sind wir bereit, wie vom Ministerium gefordert mehr MSc-Studienplätze einzurichten; de facto geht es um den Betrag, der pro neuem Studienplatz bereitgestellt wird - die Buchwissenschaften erhalten nur fast halb soviel wie Naturwissenschaften.

Senatsunterlagen 407. Sitzung

Senatsunterlagen 407. Sitzung

Tatsächlich war diese Initiative von Monika Sieverding recht erfolgreich und wir hoffen, schon ab diesem Winter 20 weitere MSc-Plätze anbieten zu können - also neben 90 BSc-Plätze nun auch 90 MSc-Plätze stellen zu können. Die Nachfrage nach Psychologie ist ungebrochen hoch: auf die bisher 70 MSc-Plätze haben es ca. 650 hochqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber abgesehen, deren Unterlagen wir im Moment prüfen und bewerten. Die Bewerbungen auf die BSc-Plätze sind etwa 8x so hoch…

Auch die erste Senatssitzung dieses Semesters (die 407. insgesamt) findet diese Woche statt - die Sitzungsunterlagen sind ein 8 cm hoher Stapel (siehe Foto) von weit über 1000 Seiten, die wir 5 Tage vor der Sitzung erhalten… Gut, dass wir Senatoren mit Wasser und Kaffee versorgt werden!

Die nächsten drei Monate dreht die Institution Universität wieder einmal auf eine höhere Schlagzahl - glücklich diejenigen, die wie unsere Kollegin Birgit Spinath ein Forschungssemester erhalten haben und sich ganz auf ihre inhaltlichen Fragen konzentrieren können. Dieser zeitweilige Rückzug auf das Wesentliche kommt allen zugute, und wir alle kommen immer wieder einmal in den Genuss dieses Privilegs.

Jetzt heisst es für die meisten von uns aber erst einmal Zähne zusammenbeissen und dem ersten Ansturm standhalten. Wellen kommen - und gehen… Eine lebendige Organisation braucht dieses Auf und Ab. Das Sommersemester ist gekommen - und wird am 26. Juli wieder gehen :-)

PS: Sehe gerade, dass ich vor 6 Jahren schon mal zu diesem Thema einen (kurzen) Blog-Eintrag geschrieben habe: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2007/04/12/semesterbeginn/

{ 2 } Comments

  1. Bernd | April 16, 2013 at 8:29 | Permalink

    2007 wie auch jetzt, 2013, stellt sich natürlich die Frage: Wieso bleibt trotz der zunehmenden Arbeitsverdichtung noch Zeit für einen Blogbeitrag? Vermutlich eine Frage der Prioritätensetzung, die ich so nur begrüßen kann.

  2. Joachim Funke | April 16, 2013 at 9:26 | Permalink

    so ist es, lieber Bernd! Wenn die Prioritäten stimmen, ist alles ganz einfach :-)

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