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CHE Ranking 2013

ZEIT Studienführer 2013

ZEIT Studienführer 2013

In diesen Tagen ist das neue CHE-Ranking 2013 mit aktuellen Daten zur Psychologie erschienen. Die Heidelberger Daten sind insgesamt gut, aber nicht so gut wie gedacht. In der Spitzengruppe liegt unser Fach bei den Kriterien “Studiensituation insgesamt” und “Absolventen in Regelstudienzeit”, im Mittelfeld liegen wir bei “Lehrangebot”, “Wissenschaftliche Veröffentlichungen” und “Forschungsgelder”. Gerade bei den letzten beiden Kriterien hätte ich gedacht, dass wir besser abschneiden.

In Hinblick auf das Lehrangebot haben wir m.E. auch eine bessere Note verdient: gerade haben wir das Lehrprogramm für WS 2013/14 beraten und beschlossen - ich selbst sehe wieder einmal ein attraktives Angebot mit tollen Veranstaltungen und guten Dozierenden. Hoffentlich teilen unsere Studierende meinen Eindruck!

So ist es nun mal bei Rankings: Solange man oben steht, kümmern einen die Details nicht. Fällt man in bestimmten Bereichen zurück, fängt man an nachzudenken woran es liegen könnte. Das ist ja nicht verkehrt, oder?

Dass einige Fächer (Soziologie, Politik) und Orte (Hamburg, Köln, Leipzig) völlig aus dem Ranking ausgestiegen sind, ist bedauerlich und nicht sinnvoll. Natürlich gibt es problematische Aspekte (wie bei jedem Vergleich), der völlige Rückzug ist aber nach meinem Dafürhalten nicht die richtige Antwort - man sollte in kritischer Absicht versuchen, das Ranking zu verbessern und damit für Transpararenz auf dem Markt sorgen.

Der Nobelpreisträger George Akerlof hat in seinem Buch “Market for Lemons” das Problem der Informationsasymmetrie zwischen Anbietern und Kunden beschrieben: Auf fast allen Märkten für Güter oder Dienstleistungen weiß der Anbieter besser Bescheid als der Abnehmer. Der Anbieter einer Schrottkarre kennt deren Schwachpunkte bestens, spielt sie dem ahnungslosen Käufer gegenüber jedoch herunter (siehe dazu: http://www.zeit.de/2013/19/hochschule-politikwissenschaften-ranking). Studiengang-Anbieter und Studieninteressierte befinden sich in ähnlicher Asymmetrie - um hier mehr Fairness herzustellen, hilft nur Transparenz. Wenn man meint, die eigenen Stärken kämen nicht angemessen zur Geltung, muss man für den Einbezug und die Beachtung entsprechender Kriterien sorgen. Andernfalls kommt es zu adverser Selektion, die Mittelmaß begünstigt.

Dass das CHE-Ranking ernsthafte Probleme aufweist, dürfte unbestritten sein: Angefangen mit der “Tonnenideologie” (die Quantität der Publikationen zählt, nicht deren Qualität; nur Zeitschriften-Artikel zählen, keine Bücher) über Stichproben-Probleme (unbekannte Grundgesamtheit, unbekannte Stichprobengröße und unbekannte Rücklaufquote lassen wichtige Details der Studierendenbefragung im Dunklen) bis hin zum Ampel-Urteil (nur Grün und Rot unterscheiden sich signifikant voneinander, grün im Vergleich mit gelb und gelb im Vergleich mit rot unterscheiden sich nicht bedeutsam).

Nicht zuletzt stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Geld (”cui bono“): Universitäten und Institute sammeln z.T. mit großem Aufwand detaillierte Daten ohne materielle Gegenleistung. Die Verkaufserlöse des Studienführers sind sicher auch nicht unerheblich: >100 000 verkaufte Exemplare à 7.95€ pro Heft werfen auch hier Fragen nach der Transparenz von Kosten und Gewinnen auf.

siehe auch ältere Blog-Einträge:

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