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Wie kommt Neues in die Welt?

Unter dem Titel “Wie kommt Neues in die Welt? Phantasie, Intuition und der Ursprung von Kreativität” ist gerade ein von Hans Rudi Fischer herausgegebener Band erschienen, der einige interessante Beiträge aus dem 2012 abgehaltenen Kreativitätskongress versammelt. Aus der Pressemitteilung:

Was stößt kreative Prozesse in Personen, in den Wissenschaften oder Gesellschaften an? Wie spielen Phantasie und Vernunft bei der Erzeugung des Neuen zusammen? Was treibt Entwicklungen, Innovationen und Denkrevolutionen an? Lässt sich Kreativität herstellen oder bedarf es eines »göttlichen Funkens«, eines Geniestreiches oder Geistesblitzes? Was verbirgt sich hinter dem schillernden Begriff des Neuen und den Paradoxien der Kreativität?

Die Beiträge dieses Bandes umkreisen den modus operandi des Neuen und fragen nach der Logik kreativer Prozesse. International renommierte Kreativitätsforscher aus Psychologie, Philosophie, Systemtheorie und Ökonomie reflektieren die Leitfrage dieses Buches, um dem Betriebsgeheimnis schöpferischer Prozesse auf die Spur zu kommen. Im Mittelpunkt steht der Dialog über ein besseres Verständnis der begrifflichen, psychologischen und sozialen Zusammenhänge von Originalität, Kreativität und Innovationsfähigkeit in Wissenschaft und Kunst. Ein facettenreiches Werk, das den Tücken des Neuen mit alter Begriffsschärfe auf den Pelz rückt.

Die Beiträge sind aus dem 2012 vom Heidelberger Institut für systemische Forschung in Kooperation mit der Internationalen Gesellschaft für systemische Forschung und der Zeit- schrift Familiendynamik veranstalteten Symposium mit dem Titel “Wie kommt Neues in die Welt? Systemisch weiter denken…” hervorgegangen. Der Kongress war Forum, systemisches Denken und Praxis systemisch weiter zu denken. Das »weiter denken« war und ist in doppelter Bedeutung des Wortes gemeint und gilt auch für die Beiträge dieses Buches.

Die verschiedenen Kapitel reflektieren Kreativität aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln, was die Lektüre zu einem kreativen Ereignis werden lassen könnte:

  • Hans Rudi Fischer: Das Neue als Sprachspiel. Prozedur zur Einführung
  • Josef Mitterer: Die Paradoxien des Fortschritts – Zum Stand der Dinge im Fluss
  • Klaus Mainzer: Wie Neues in die Welt kommt – Zur Dynamik komplexer Systeme in Natur, Technik, Wirtschaft und Gesellschaft
  • Karl H. Müller: Rekombinationsoperationen: Auf dem Weg zu einer Mikrotheorie
  • Karl-Heinz Brodbeck: Kreativität im ökonomischen Prozess und ihre Schattenseiten
  • Thomas Fuchs: In statu nascendi. Philosophische Überlegungen zur Entstehung des Neuen
  • Wolf Dieter Enkelmann: Who wants Yesterday’s Papers? – Zur Philosophie des Neuen
  • Hans Ulrich Reck: Tücken mit dem Neuen. Betrachtungen zu einem Topos in/zwischen Künsten und Wissenschaften
  • Francesca Rigotti: Wie ein Kind kommt Neues in die Welt. Ein philosophisches Märchen für Erwachsene
  • Birger Priddat: Das Wahrscheinliche, das Mögliche und das Unmögliche: das Neue zwischen Imagination und Überraschung
  • Elena Esposito: Die Planung der unerwarteten Zukunft – Das Geheimnis des Neuen
  • Hans Rudi Fischer: Positive Unvernunft als Quelle des Neuen. Unterwegs im Paradoxen
  • Günther Ortmann: Neues, das uns zufällt – Über Regeln, Routinen, Irritationen, Serendipity, und Abduktion
  • Joachim Funke: Kreativität - Über die Vorteile des Perspektivenwechsels
  • Jürgen Kriz: Intuition und Kreativität aus systemischer Sicht

In meinem eigenen Beitrag mache ich mich für Perspektivwechsel stark - die Welt aus anderen Blickwinkeln zu sehen, sie mit veränderten Werthaltungen zu beurteilen: das schafft Neues und ist damit ein Quell möglicher neuer Ideen. Und das Gute daran ist: Man kann das ganz allein mit sich ausmachen. Denken als Dialog mit sich selbst, das Einnehmen verschiedenener Standpunkte und das zugehörige Mitfühlen (”Empathieren”), beweglich werden - all das sind notwendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingungen. Kreativität lässt sich nicht erzwingen.

Natürlich wünsche ich dem Band, der gerade zu einem Preis von 24.95 Euro bei Velbrück erschienen ist, viele interessierte Leserinnen und Leser!

PS: Ein Interview von Hans Rudi Fischer mit mir zum Thema “Krearivität” ist online zu finden unter http://systemixreloaded.de/gesprach-mit-joachim-funke-uber-kontexte-der-kreativitat-und-kreativitat-als-lebensform/

PPS: Eine Rezension zum Buch findet sich hier.

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