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Neues von Jens Förster (Teil 3)

Vor einiger Zeit habe ich in meinem Blog über den Sozialpsychologen Jens Förster und seine problematischen Paper geschrieben. Gleich 2x stand er im Fokus meines Blogs:

* 09.05.2014: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2014/05/09/integre-wissenschaft/

* 19.09.2014: http://f20.blog.uni-heidelberg.de/2014/09/19/neuigkeiten-im-fall-jens-forster/

Nun gibt es in der Angelegenheit “Alexander-von-Humboldt-Professur” aktuelle Neuigkeiten: Jens Förster teilt mit, dass er auf diese hochdotierte Professur verzichtet (siehe den Bericht auf Retraction Watch) und zukünftig das massenhafte Produzieren von Daten zugunsten des “digging deeper” aufgeben will; er schreibt (nachzulesen in seinem eigenen Blog): “I will spend the rest of my life on BEING rather than on HAVING. Thus, I will leave the materialistic and soulless production approach in science. And I want to say  ‘Adieu’ to 10 cruel years, in which my life was almost completely determined by others. I am going my own way now.”

Ein Fall von Läuterung? Hört sich (jedenfalls auf den ersten Blick) mal ganz gut an und scheint anzudeuten, dass er bestimmte Praktiken seiner Vergangenheit offensichtlich als Fehler sehen könnte! Das war in früheren Statements ja eher anders, wo ich den Eindruck gewann, dass er sich zu Unrecht angegriffen sah und eher zum Gegenangriff auf die Statistiker überging. Eine gewisse unterschwellige Schuldzuweisung bleibt feststellbar und lässt unklar, ob die Läuterung so echt ist (Zitat JeFö: “I would urge those who still have doubts to read the recent excellent alternative explanations for my results under discussion, proving that such results patterns can be obtained by methods that are not problematic”).

Last but not least: er erspart dem Auswahlausschuss und dem Stiftungsrat der AvH-Stiftung damit eine für beide Seiten schwierige Entscheidung (face saving). Natürlich frage ich mich, wenn JeFö jetzt schreibt, dass er ab sofort “sein eigenes Ding macht”: Wer hat früher sein Ding gemacht? Kommt nach der Fremd- nun die Selbstbestimmung? Und wie anders wird das wohl sein? Woran kann man diesen Wechsel erkennen? Wie wird Forschung im Modus “BEING” im Vergleich zu Forschung im Modus “HAVING” aussehen? Wir dürfen gespannt sein!

Der “Fall” von JeFö ist vorläufig zu einem Ende gekommen - frei nach Bertolt Brecht (abgwandelt von Reich-Ranicki): „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Nachtrag 1.5.2015: Gegen den Förster-kritischen Statistik-Dozenten Raphael Diepgen (siehe dessen Kommentar zu diesem Blog) wird von der RUB disziplinarrechtlich ermittelt: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/ruhr-uni-bochum-bootet-statistik-dozenten-aus-a-1030937.html Hintergrund-Info zu den Machtverhältnissen: die Dekanin der Fakultät, Sylvia Schneider, ist die Frau von Jürgen Margraf, der sich als Alexander-von-Humboldt-Preisträger für Jens Förster und sein Kommen noch Bochum eingesetzt hat. Honi soit qui mal y pense (=ein Schelm, wer Böses dabei denkt)…

{ 1 } Comments

  1. Raphael Diepgen | April 20, 2015 at 7:56 | Permalink

    Zumindest für mich ist der Fall Förster wohl nicht zuende: Denn nachdem mir die Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum meine seit Jahrzehnten gehaltene Statistikeinführungsvorlesung vor einem Jahr genommen hat, nachdem ich meine Studierenden auf die statistischen Aspekte des Falles Förster hingewiesen hatte, hat inzwischen das Rektorat der Ruhr-Universität Bochum diese meine Förster-Kritik zum Gegenstand eines noch laufenden Disziplinarverfahrens gegen mich gemacht. Und ich bin mir leider ziemlich sicher, die “fromme” Förstersche Läuterung vom “Haben” zum “Sein” wird an dieser Geschmacklosigkeit der Ruhr-Universität Bochum im Umgang mit einem internen Förster-Kritiker nichts ändern. So sieht´s aus.

    Dr. Raphael Diepgen, StD i.H.

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