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Punkt, Komma, Strich

Ich gestehe: Ich bin ein Freund von Satzzeichen! Punkt, Komma, Strich sind mir wertvolle Genossen im Kampf um Verständnis! Die Satzzeichen spiegeln etwas, das wir beim Sprechen in anderer Form praktizieren: Wir sprechen kein Fragezeichen, aber wir heben die Stimme. Wir sprechen keinen Punkt, aber wir machen eine Pause! Wir sprechen kein Ausrufezeichen, aber wir betonen eine Aussage durch besondere Emphase! Deswegen sind Satzzeichen wichtige Helfer beim Lesen und Vorlesen, weil sie Anweisungen enthalten, wie wir Wörter zu verstehen haben.

Das Komma: Ein Moment des Innehaltens und Luftholens verbunden mit der Gewissheit, dass es sofort weitergehen wird. Auch gut geeignet für kleine Einschübe. Es gibt auch kleine Bedeutungsunterschiede: “Professoren sagen, Studenten haben es gut” ist etwas anderes als “Professoren, sagen Studenten, haben es gut”.

Der Gedankenstrich: Für einen Denkpsychologen natürlich eine der wertvollsten Hilfen! Die Aufforderung zum Nachdenken, zum Innehalten für einen kurzen Moment: Wie toll ist das denn! Ich liebe den “-” und verwende ihn nach Meinung mancher Leserinnen und Leser zu oft - das kann ich aus meiner Sicht nicht bestätigen! Man kann nicht oft genug Nachdenken, oder doch?

Der Punkt: Er sorgt für den Abschluß. Im Strom der Wörter die Sinnabschnitte zu finden ist nicht immer leicht. Punkte helfen dabei. Sie markieren Ende und Neuanfang, wenn es weitergeht. In der Steigerung von drei Punkten “…” am Satzende lassen sie das Ende in drei Richtungen offen und ziehen den Leser in die Entwicklung mit ein: Wie wird es wohl weitergehen?

Das Semikolon: Ein Zwitter zwischen Komma und Punkt. Ein erster Teil des Gedankens geht zu Ende, aber es kommt noch etwas hinterher, das dazugehört. Eine schöne Abstufung eines Gedankens, dem noch etwas angehört; ein angebrochener Gedanke, der zum Abschluß geführt wird.

Das Fragezeichen: Drückt Unwissen und Unsicherheit aus. “Wann kommst Du?”, “Wer war Duden?”, “Woher kommen Satzzeichen?”. Der Modus des Fragens ist ein Modus der Informationsuche. Und auch hier ist die Steigerung in Form der “Drei Fragezeichen” (???) natürlich etwas Besonderes.

Das Ausrufezeichen betont den Inhalt und drückt Überraschung, Empörung oder Staunen aus. Er hebt einzelne Gedanken aus dem Strom des Geschriebenen hervor und verstärkt unsere Aufmerksamkeit. Steigerungsform: Mal wieder die dreifache Wiederholung “!!!” (sozusagen fett und kursiv zusammen, eine besondere Emphase).

siehe auch meinen früheren Blogeintrag: “Lob des Leerzeichens

{ 1 } Comments

  1. Freiburgerin | September 7, 2017 at 9:18 | Permalink

    Mein persönliches Lieblingszeichen: der Doppelpunkt.
    Wäre er ein Gesichtsausdruck: gespannt hochgezogene Brauen über kugelrunden Augen.
    Wäre er Musik: die Fermate vor dem Schlussakkord.
    Wäre er ein Witz: das Lächeln knapp vor der Pointe.

    Mein lieber Doppelpunkt: ganz kurz vor Schluss noch einmal Spannung pur.

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