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In memoriam Loránd Eötvös (1848-1919)

Der ungarische Physiker Loránd Eötvös ist heute vor 100 Jahren in Budapest verstorben (am 19.9.1919). Warum ist das ein Blog-Thema? Wer das Psychologische Institut von der Hauptstrasse aus betritt, sieht im Eingangsbereich hinter der hölzernen Eingangstür vier Apsiden (siehe meinen Blog-Eintrag “Friedrichsbau: Apsiden besiedelt“), von denen eine (die hinten links) mit der Gedenktafel für Loránd Eötvös ausgefüllt ist.

Lorand Eötvös-Gedenktafel (Foto: Reiner Meßner)

Der Grund dafür ist ganz einfach: Loránd Eötvös hat bei Robert Wilhelm Bunsen, Hermann von Helmholtz und Gustav Robert Kirchhoff in Heidelberg studiert, hat hier 1870 bei Bunsen promoviert und wurde nach seiner Habilitation 1871 Professor für Physik an der heute nach ihm benannten Universität Budapest.

Wofür ist Loránd Eötvös bekannt? Die Lektüre der Gedenktafel hilft hier weiter; dort kann man lesen: “Loránd Eötvös (1848-1919): Begründer der modernen Gravitationsforschung; studierte seit 1867 in diesem Haus Physik und wurde hier 1870 promoviert; gestiftet von der Loránd-Eötvös Universität 1992 Budapest Ungarn”. Seine Experimente zur Gravitationskraft haben die Gravimetrie in praktische Anwendungen geführt, die zum Aufdecken unterirdischer Bodenschätze (z.B. Erdöl; Lagerstättenkunde) nützlich waren.

Verständlich, dass am 19.9. eine Delegation der ELTE (das ist die Abkürzung der Uni Budapest) dazu aus Budapest anreist und, begleitet von Rektor Professor Eitel (von Hause aus ein Geograph), im Eingangsbereich des Instituts einen Kranz vor der Tafel ablegt.

hier noch ein paar Dokumente (Anklicken zum Vergrößern):

1) Anmeldung zur Doktorprüfung (Original und Trenskription)

2) Prüfungsprotokoll (Original und Trenskription)

3) Promotionsurkunde

Auch das Universitätsarchiv hat ein paar Dokumente zusammengestellt (hier).