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3jähriges Tor-Jubiläum

Das Psychologische Institut der Uni Heidelberg ist an einewm wunderschönen Ort untergebracht: mitten in der Altstadt, direkt an der Hauptstrasse (Fussgängerzone) gelegen, mit zwei historischen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert (Friedrichsbau und Alte Anatomie) und einem schönen Innenhof, der von der Brunnengasse her befahrbar ist.

Nun weist unser Kustos Dr. Joachim Schahn daraufhin, dass wir jetzt im Dezember ein dreijähriges Jubiläum zu feiern haben: Den Abriss des ursprünglichen Tors, das die Einfahrt zum Innenhof von der Brunnengasse aus begrenzte. Am 4. Dezember 2017 wurde das alte Tor abgerissen und die Einfahrt verbreitert, damit Feuerwehrfahrzeuge im Fall eines Brandes besser um die Ecke kommen. Alles schön und gut, wir haben der Feuerschutzverordnung natürlich für die Erhöhung unseres Brandschutzes zu danken! Tatsächlich sind bei den verschiedenen Fehlalarmen die (vergeblich angefahrenen) Einsatz-Fahrzeuge gut auf unser Gelände gekommen. Wir konnten das alle zusammen gut beobachten, denn die in den Büros installierten Rauchmelder sind dermassen laut, dass es im Alarmfall niemand mehr im Büro aushält und sich deswegen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hof versammeln.

Einfahrt 1

Einfahrt Bild 1

Einfahrt 2

Einfahrt Bild 2

Die beiden Fotos (zum Vergrößern anklicken) zeigen die erbärmliche Situation: Seit 12/2017 ist die alte Abschlussmauer abgerissen, ein häßliches Baustellen-Gitter ist an deren Stelle getreten. Dahinter ist die neue Durchfahrtsschranke zu sehen, die noch immer nicht in Betrieb ist und schon 2x beschädigt wurde (der graue Kasten, der den Schrankenmotor enthält, ist gequetscht worden). Großartig ist übrigens auch die neue Postbox, die vorne links in Bild 1 zu sehen ist: Der Einwurf nach Toresschluß am Abend oder am Wochenende ist nur von sehr sportlichen Paketboten zu erreichen :-)

Mal sehen, wie lange dieser Zustand noch andauert. Verantwortlich hierfür ist übrigens nicht das Institut! Auch das zuständige Bauamt und unser Dezernat D3 können nicht viel machen: Die Handwerker werden in der Privat-Wirtschaft einfach so viel besser bezahlt und bekommen dort momentan auch so viel Aufträge, dass die öffentliche Hand einfach nur zuschauen kann. Ich erinnere mich nur zu gut an die lange Umbauzeit (2014-2017) für den Einbau des Fahrstuhls und den Kellerausbau im Hintergebäude. Am Ende war alles gut!

Bin mal gespannt, wie es in ein paar Jahren mit der geplanten Generalsanierung unseres Instituts läuft…

Nachtrag 17.12.2020: Unser Kustos ergänzt meine Schilderung noch mit weiteren Einzelheiten, die ich gerne zur Kenntnis bringen möchte (für mich als Problemlöse-Forscher eine wahre Fundgrube für menschliche Fehler):

“- Nach dem Abriss im Dezember 2017 tat sich monatelang nichts mehr, bis die eigentlichen Bauarbeiten anfingen, der Grund ist mir unbekannt.

- Wegen des breiteren Tores musste das Gefälle des letzten Stücks der Ausfahrt angepasst werden. Als die Baufirma das machen wollte, kam heraus, dass unterhalb der Einfahrt Fernwärmerohre verlaufen, die durch die Absenkung der Einfahrt um ein paar cm nicht mehr tief genug gelegen wären (Vorschrift). Offenbar war das nicht bekannt. Also mussten die Rohre tiefer gelegt werden. Das dürfen aber nur die Stadtwerke. Die hatten aber leider gerade keine Zeit, und als sie Zeit hatten, hatte gerade die Heizperiode angefangen. Während der Heizperiode ging das aber nicht, also musste bis Mai (2019, glaube ich) gewartet werden.

- Als die Stadtwerke endlich fertig waren, waren wir natürlich nicht mehr im Terminplan der Baufirma, das musste erst wieder neu vereinbart werden.

- Durch die Verbreiterung der Einfahrt musste die Mauer vor dem Zugang zum “Kaffeekeller” abgerissen und neu gebaut werden. Weil die aber um ein paar cm zu wenig hoch geraten ist (warum?), war sie nicht mehr vorschriftsgemäß, es fehlte nun eine Absturzsicherung, die vorher nicht nötig war, weil die Mauer höher gewesen ist. Erst sollte deswegen noch oben ein Geländer darauf, nun soll eine Hecke gepflanzt werden - oben natürlich, unten würde die Einfahrt ja wieder enger.

- Obwohl dann der Untergrund im Sommer 2019 soweit fertig war, konnte trotzdem konnte neues Tor angebracht werden, weil das Bauamt die Ausschreibung versäumt hat. Grund dafür waren mehrere unerwartete Krankheitsfälle und (überraschende?) Pensionierungen und dadurch wechselnde Verantwortlichkeiten, und es gab dann offenbar dringendere Dinge als unser Tor. Obwohl der Bauzaun immerhin monatlich Miete kostet.

- Im Herbst (2020) wurde die Ausschreibung endlich gemacht, nun warten wir auf das Anbringen. Dafür gibt es noch keinen Termin.

- Möglicherweise können wir aber froh sein, wenn sich das noch verzögert. Das neue Tor konnte nicht wie das alte mit zwei starren Flügeln hergestellt werden, weil es dann beim Öffnen am Boden aufgesetzt wäre. Deswegen wird jeder Flügel nochmal durch ein Scharnier geteilt, so dass es eine Art doppeltes Falttor ist. Für solche Tore ist aber erforderlich, dass alle, die es bedienen, eine offizielle Einweisung benötigen, da Fehlbedienungen dazu führen können, dass sich das Tor plötzlich von alleine schließt und dabei Personen verletzt oder Autos beschädigt. Das bedeutet, dass die Allgemeinheit außerhalb der Öffnungszeiten das Tor nicht mehr bedienen darf, so dass der Parkplatz nachts und am Wochenende nicht mehr benutzbar sein wird - es sei denn für jene, die an einer solchen Einweisung teilnehmen.

- Das war erst das Tor. Nun kommt die Schranke! Die steht schon seit einem Jahr und hat auch vor den Unfall funktioniert, und zwar in dem Sinne, dass sie auf und zugehen konnte. Nicht aber in dem Sinne, dass man sie mit Zufahrtskarten hätte öffnen können. Da gibt es seit 2 Jahren irgendwelche Probleme im URZ, sie ist also garnicht benutzbar. Die Lösung dieser Probleme ist noch nicht terminiert.

- Statt einer Halbschranke wurde eine Vollschranke angebracht. Bei geschlossener Schranke haben so Fahrräder nur noch zwei schmale Öffnungen zum Durchfahren. Dabei gibt es Probleme, wenn sich zwei entgegenkommen, oder wenn gleichzeitig Fußgänger durchgehen. Deswegen soll nun wieder ein Stück abgesägt werden. Es ist aber noch nicht klar, ob das wirklich gemacht wird, die Leute vom Bauamt sind sich da nicht einig.

- Dass sich der Unfall ereignet hat, bei dem nicht nur der Schrankenkasten, sondern auch die Elektronik in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat mit dem Bauamt nichts zu tun, ist aber ein weiteres Kapitel dieser unendlichen Geschichte. Inzwischen wurde der Kasten wieder geliefert, aber leider in der falschen Farbe. Wenigstens fiel das noch vor der Montage auf. Erst einmal wird also nicht montiert…

- Bei der letzten Montage wurde vergessen, Abdeckkappen aus Kunststoff anzubringen. Deswegen konnte bei Regen das Wasser ungehindert in die Elektronik laufen.”

Danke, lieber Joe, für diese wunderbaren Ergänzungen! Mir gefällt insbesondere die Vorstellung, dass alle die, die das neue Flügeltor nutzen wollen (wenn es denn endlich kommt!), erst einmal einen Kurs in dessen Handhabung machen müssen. Was waren das für Zeiten, wo man ein Tor “einfach so” öffnen und schließen konnte….